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Kräuterküche

Wenn das Unkraut zum Star wird

Von Daniela Martinak, 17.05.10, 07:00h

Während die einen mit allen Mitteln versuchen, sie aus ihren Einfahrten und Blumenbeeten zu entfernen, kochen andere Suppe oder machen einen Tee daraus. Die Rede ist von Kräutern wie Brennnessel, Löwenzahn und Gänseblümchen.

Kräuter-Gericht
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Ein Kräuter-Gericht bereiteten die Bürgermeister Wilfried Pracht (li., Nettersheim) und Alexander Büttner (Bad Münstereifel" zu. (Foto: Hilgers)
Kräuter-Gericht
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Ein Kräuter-Gericht bereiteten die Bürgermeister Wilfried Pracht (li., Nettersheim) und Alexander Büttner (Bad Münstereifel" zu. (Foto: Hilgers)
BAD MÜNSTEREIFEL / NETTERSHEIM - Während andere mit allen Mitteln versuchen, sie aus ihren Einfahrten und Blumenbeeten zu entfernen, kochen andere Suppe oder machen einen Tee daraus. Die Rede ist von Kräutern. Dazu gehören aber nicht nur Basilikum oder Thymian, sondern auch Brennnessel, Löwenzahn und Gänseblümchen.

Dieses gesunde Grünzeug konnten die Besucher des zweiten Eifeler Kräutertags gestern in Bad Münstereifel bestaunen und erwerben. Bad Münstereifel und Nettersheim haben sich auch diesmal wieder zusammengetan, um Kräuterliebhaber aus der gesamten Region anzulocken. „Die Aussteller können sich hier austauschen, Tipps geben und gemeinsam die Besucher informieren und beraten“, erklärte die Organisatorin Regina Jöbges.

Duftfeen und Naturkosmetik

Mit dem Wetter sei man sehr zufrieden und auch die Resonanz der Leute sei wieder positiv. Einige der insgesamt 41 Aussteller seien sogar aus Hamburg angereist, um ihre duftenden Waren in der Kurstadt zu präsentieren.

So auch Wolfgang Schwellfuß, der Kräuter- und Duftraritäten aus aller Welt feilbot: „Ich bin zum zweiten Mal hier und war letztes Jahr schon begeistert“, sagte der Kräuterexperte. Eine Besonderheit in diesem Jahr seien die Zistrosen, die er mitgebracht hat. Diese Rosenart blüht laut Schwellfuß nur einen einzigen Tag. „Wenn man einen Tee aus den Blättern kocht, ist das gut für Herz und Kreislauf.“

Nachdem der Chor des St.-Michael-Gymnasiums ein Ständchen vor dem Rathaus gebracht hatte, gegrüßten die beiden Bürgermeister Alexander Büttner und Wilfried Pracht die Besucher.

Nach einem Auftritt von Orchester und Chor der städtischen Realschule stand die Prämierung der Kräuter-Bepflanzung an. Und wer Lust hatte, den Kräutertag in Nettersheim zu besuchen, konnte gleich in den Shuttlebus einsteigen. Es gab allerdings auch eine sportlichere Alternative: Man konnte auch den 20 Kilometer langen Eifeler Kräuterpfad auf Schusters Rappen absolvieren. Und wer anschließend Hunger hatte, konnte sich von den örtliche Gastronomen mit Kräutergerichten verwöhnen lassen.

Oder von den beiden Bürgermeistern, die ebenfalls die Kochschürzen übergezogen hatten. In Nettersheim tauchten sie Brennnessel und Bärlauchblätter in einen Sud aus Wasser,Mehl und Salz. Das Ergebnis war auf jeden Fall gesund, auch wenn der Geschmack nicht ganz so eindeutig war. „Es gibt so einiges aus der Pfanne, was man nicht leicht definieren kann“, war Wilfried Pracht nicht um eine Ausrede verlegen.

In Nettersheim machten sich die Erzieherinnen aus Tondorf mit ihren Kindergartenkinder schon in der Frühe auf den Weg. Nach einer Wanderung konnten sich die Kinder beim Klimafrühstück stärken. Es gab Kräuterquark, Tannenspitzenhonig, Löwenzahnblütengelee oder Erdbeer-Rhabarbermarmelade.

In Nettersheim präsentierten sich dann 34 Aussteller rund um das Holzkompetenzzentrum mit ihrem Angebot. Ob es nun das Färben mit Naturfarbstoffen, das Backen römischer Kräuterbrötchen, das Basteln von Duftfeen oder die Nudelvariationen waren, überall standen Trauben von Besuchern, die interessiert den Ausführungen und Vorführungen zuhörten oder zusahen. Naturkosmetik fanden besonderes Interesse bei jung und alt. Pflanzen aus dem Bauerngarten wie auch schöne Dekorationen aus dem Garten wurden genauso gezeigt wie handgemachte Kräuterseife oder das Papierschöpfen - Natur pur eben.

Zudem wurden Kräuterwickel, Fußbäder, Fußreflexzonenmassagen und Kristallsalze präsentiert. An einem weiteren Stand erklärte ein Imker am Bienenstock das „Haustier“ Honigbiene. Die Kräuterpädagoginnen der Gundermannschule erklärten die Kräutervielfalt, die mobile Kräuterschule war unterwegs und die NRW-Verbraucherzentrale informierte zum Thema „Klimaschutz schmeckt“.

Für das Rahmenprogramm sorgte das Jugendorchester des Musikvereins Frohngau, sowie das Querflötenensemble und der Blockflötenkreis der Musikschule „Flötentöne“ Marmagen.



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