Von Marc Hoffmann, 21.05.10, 22:16h
Horn und Udo Blaskowski, Leiter des Fachbereichs Ordnungsverwaltung, erläuterten gestern gegenüber der Presse noch einmal die Hintergründe dieses „größten Verkehrsexperiments in der Geschichte der Stadt“ (Blaskowski), dessen Probephase eigentlich seid dem 31. März beendet ist, aber bis zu einer endgültigen Entscheidung fortgesetzt wird. Denn die Ampel könne nicht „mal schnell ab- und wieder aufgebaut werden“, erklärte Horn. Die Neuinstallation der Lichtzeichenanlage sei der größte Kostenfaktor.
In aller Deutlichkeit wiesen die beiden Mitarbeiter der Stadt darauf hin, dass der Einrichtungswechselverkehr nicht eingeführt wurde, um Oberdollendorf vom Verkehr zu entlasten. Es gehe vielmehr um die Beseitigung einer „nicht zu unterschätzenden Gefahrenlage für Fußgänger“. Sie hatten bisher einen viel zu schmalen Gehweg und mussten oft aufpassen, nicht von einem Außenspiegel oder einem Lkw-Aufbau erwischt zu werden, wenn im Begegnungsverkehr in der engen Ortsdurchfahrt zwei Lastwagen aneinander vorbei zu fahren versuchten. Jetzt fließt der Verkehr entweder berg- oder talwärts, und die Fußgänger haben breitere, provisorische Gehwege.
Natürlich sind während der Probephase die Auswirkungen auf den Verkehr in Oberdollendorf und im restlichen Stadtgebiet untersucht worden. Den Abschlussbericht des Ingenieurbüros hat die Stadt noch nicht in ihren Händen; sie erwartet ihn am Dienstag.
Ob darin eine Entscheidungsempfehlung stehen wird, ist noch unklar. Klar ist aber: „Wir gehen in die Bürgeranhörung, ohne irgendeine Entscheidung zu favorisieren“, betont Gernot Horn. Die Verwaltung werde die Stellungnahmen der Bürger zur Kenntnis nehmen und anschließend für die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am 8. Juni eine Bewertung vornehmen, mit einer intensiven Abwägung der Bürgeraussagen. Der Verkehrsausschuss wird dann die endgültige Entscheidung treffen, ob die Ampelanlage dauerhaft bleibt oder abgebaut wird.
Bei der Bürgerinformation werden die Ingenieure ihre Untersuchungsergebnisse vorstellen, Vertreter der Polizei, des Landesbetriebs Straßen.NRW, der Rhein-Sieg Verkehrsgesellschaft und der Stadtverwaltung werden auf dem Podium sitzen; die Moderation übernimmt der Technische Beigeordnete Hubert Kofferath.
In den zurückliegenden Monaten hat die Stadtverwaltung „die ganze Bandbreite an Reaktionen“ zu diesem Thema erreicht, wie Horn es umschrieb. Von Beschwerden der Anwohner über die Rückstaus bis hin zu positiven Äußerungen seitens der RSVG und direkter Anlieger. Da der Einrichtungswechselverkehr die Gemüter der Bürger in Oberdollendorf, positiv wie negativ, erregt, rechnet die Stadtverwaltung mit mindestens 200 Teilnehmern an der Veranstaltung.
Ortsdurchfahrt Oberdollendorf: Bürgerversammlung am Dienstag, 1. Juni, um 18 Uhr in der Turnhalle der Longenburgschule, Friedenstraße in Niederdollendorf.
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