Erstellt 31.05.10, 22:18h
Ursula Heinen , CDU-Bundestagsabgeordnete: Politik ist ein hartes Geschäft, deshalb war der Rücktritt für mich überraschend, aus der Warte des Staatsoberhauptes aber nachvollziehbar. Ich fand, er hat seine Aufgabe sehr, sehr gut gemacht.
Wolfgang Niedecken, Sänger: Der Entschluss macht mich sehr traurig. Wenn das so weiter geht mit dem Rücktritt gestandener Persönlichkeiten, ich denke da an Margot Käßmann, dann sehe ich schwarz. Horst Köhler ist ein absolut ehrenwerter Mann. Er verkörpert für mich den Begriff Anstand wie kein anderer deutscher Politiker. Was er in dem Interview gesagt hat, ist nach meiner Ansicht in den falschen Kontext gebracht worden. Auch am Horn von Afrika wird im Interesse der deutschen Wirtschaft Militär eingesetzt: um Schiffe vor Piraten zu schützen.
Jochen Ott , SPD-Chef: Dass man wegen Kritik an einem Interview zurücktritt, ist in der Politik schon sehr erstaunlich.
Dr. Werner Hoyer, FDP-Bundestagsabgeordneter: Es ist traurig, dass man glaubt, so mit einem Bundespräsidenten umspringen zu können.
Jörg Frank, Fraktionsgeschäftsführer Grüne: In solch schwierigen Zeiten ist so ein Rücktritt aus meiner Sicht enttäuschend. Wenn man solch eine Diskussion lostritt, dann muss man sich ihr auch stellen und darf sich nicht fortstehlen.
Ralph Sterck, FDP-Fraktionschef: Ich bin wirklich erschüttert. Ich habe dieser Diskussion gar nicht die Bedeutung beigemessen. Für die politische Kultur und Demokratie ist das heute ein schwarzer Tag.
Winrich Granitzka, CDU-Fraktionschef: Das haut einen vom Stuhl, ich bin voller Entsetzen. Das ist für Deutschland nicht gut und nicht gut für die CDU. Köhler ist eine respektable Persönlichkeit.
Andreas Kossiski, DGB-Chef: Ich bin erstaunt. Köhlers Äußerungen über Afghanistan haben mich zwar sehr verwundert, doch dass dies solche Konsequenzen haben würde, hätte ich nicht gedacht.
Paul Bauwens-Adenauer, IHK-Präsident: Ich bedaure den Rücktritt außerordentlich. Gerade in Zeiten wichtiger wirtschafts- und haushaltspolitischer Weichenstellungen wäre seine Kompetenz an der Spitze des Staates hilfreich gewesen. Allerdings muss man seine Entscheidung respektieren.
Rolf Domning, Stadtsuperintendent: Ich meine, er hätte der Kritik mit Rückgrat entgegentreten und die Debatte aushalten sollen, statt sich gekränkt zurückzuziehen: Das hätte ich mir von einem streitbaren Protestanten gewünscht.
Heiner Koch, Weihbischof: Ich bin Köhler im Zuge des Weltjugendtags begegnet. Er war sehr bemüht, Deutschland als gastfreundliches Land darzustellen. Köhler war in religiösen Fragen sehr wach, ich habe ihn in höchst guter Erinnerung. Er ist sehr gewissenhaft und geradlinig. (KE/hap/jan/ta/vol)
Rücktritt des Bundespräsidenten
31.05.2010 | 23.33 Uhr | HGM
Die für seinen Rücktritt genannten Gründe sind nicht die Ursache dafür, sondern nur der Auslöser. Ein Mann, der sich so wie er in seiner Amtszeit für…
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