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Bärlauch

Knoblauchduft über den Wäldern

Von Klaus Pesch, 03.06.10, 07:00h

Duftendes Naturschauspiel: Zwischen Urft und Nettersheim befindet sich eines der größten Bärlauchgebiete Deutschlands - und die Pflanzen tragen derzeit Blüten. Allerdings dürfen nur kleinere Mengen gepflückt werden.

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In den Buchenwäldern entlang der Urft zwischen Urft und Nettersheim können Wanderer blühenden Bärlauch bewundern. (Bild: Hilgers)
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In den Buchenwäldern entlang der Urft zwischen Urft und Nettersheim können Wanderer blühenden Bärlauch bewundern. (Bild: Hilgers)
Urft - Wanderer können derzeit entlang des Tals zwischen Urft und Nettersheim sowie im Gillesbachtal ein besonderes Naturschauspiel bewundern. „Unter den Buchen sieht es aus, als ob es dort geschneit hätte“, schwärmt der Urfter touristische Fremdenführer Felizius Poth von der derzeitigen Blüte des Bärlauchs. Entlang des Urfttals befindet sich nämlich eines der größten zusammenhängenden Bärlauchgebiete Deutschlands.

Auch Dieter Pasch, der Geschäftsführer der Biologischen Station in Nettersheim, schwärmt: „Wenn Sie mit dem Zug von Urft nach Nettersheim fahren, können Sie den Bärlauchduft bis ins Abteil hinein riechen.“ Ein intensiver Knoblauchduft ist also derzeit in den Kalkbuchenwäldern entlang der Urftaue kein Hinweis auf ungewöhnliche Kochaktionen, sondern ein ganz natürliches Phänomen.

Nationalpark-Ranger Elmar Pützer, der am Jugendwaldheim in Urft tätig ist, schätzt ebenfalls, dass man das Naturschauspiel wohl noch eine Woche bewundern könne. Er überrascht mit Gourmet-Kenntnissen: Auch die Blüte der Pflanze, die eine kleine Zwiebel enthält, sei essbar. „Die ist sogar richtig scharf“, sagt er. Man könne die Zwiebelchen auch beim Brotbacken oder fürs Stockbrot verwenden. Sogar eine Medizin gegen Bluthochdruck lasse sich aus dem Bärlauch gewinnen: 14 Tage mit Korn angesetzt, gewinnt man einen Bärlauchschnaps, der zwar etwas gewöhnungsbedürftig schmeckt, aber durchaus wohltuende Wirkung haben kann.

Nur kleinere Mengen dürfen gepflückt werden

Der Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, darf jedoch außerhalb von Naturschutzgebieten nur für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Teile des Urfttals sind allerdings geschützte Natura 2000-Flächen, hier darf von Rechts wegen überhaupt nicht gepflückt werden. Laut Dieter Pasch ist es für den Wanderer allerdings oft sehr schwierig zu erkennen, wo die Schutz-Gebiete liegen. Deshalb drückt man auch mal ein Auge zu. Pasch: „Wenn sich einer mal ein paar Blätter mitnimmt, wird keiner was sagen“.



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