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Demonstration

„Kümmern statt kürzen“

Von Jan Wördenweber, 09.06.10, 22:06h, aktualisiert 09.06.10, 22:18h

Da in Köln der Sparhammer kreist, versammelten sich rund 6000 Bürger auf dem Roncalliplatz. „Kölner gestalten Zukunft - Vereint gegen Sozialabbau“ hatten die Kölner Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege ihre Demonstration genannt.

Roncalliplatz
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Rund 6000 Bürger demonstrierten auf dem Roncalliplatz. (Bild: Meisenberg)
Roncalliplatz
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Rund 6000 Bürger demonstrierten auf dem Roncalliplatz. (Bild: Meisenberg)
Köln - „Ich will eine Chance!“, steht auf dem Plakat, das ein Jugendlicher in den Händen hält. Ein kleines Mädchen nebenan fordert „Kümmern statt kürzen“. Da erinnert Heinrich Pachl an einen wenige Tage alten Satz der Kanzlerin: „Wir alle haben über unsere Verhältnisse gelebt.“ - „Das war die unverschämteste Behauptung, als die Regierung ihr Sparprogramm vorgestellt hat“, sagt der Kabarettist.

Da nicht nur in Berlin, sondern auch in Köln der Sparhammer kreist, versammelten sich gestern Nachmittag nach Veranstalterangaben rund 6000 Bürger auf dem Roncalliplatz. „Kölner gestalten Zukunft - Vereint gegen Sozialabbau“ hatten die Kölner Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege ihre Demonstration genannt, die sich von anderen Kundgebungen für den Erhalt von Sozialleistungen nicht nur durch ihre Größe unterschied: Ulli Volland-Dörmann, Sprecherin der Liga der Wohlfahrtsverbände, forderte einen öffentlichen Diskurs über den richtigen Weg, der Aufgabe aller Bürger in dieser Stadt sei. „Wenn Köln gestärkt aus dieser Krise hervorgehen will, braucht es dringend einen überparteilichen Pakt der Verantwortung diverser gesellschaftlicher Kräfte mit Rat und Verwaltung!“

Ebenso forderte Inge Stieck von der Bürgerbewegung „Köln kann auch anders“ eine öffentliche Diskussion: „Was macht Köln aus, und was soll bewahrt werden?“ Die Bürger hätten ein Anrecht auf Information, so solle der kommende Haushaltsentwurf ins Internet gestellt werden. Ein soziales und kulturelles Köln sei auch für Unternehmen attraktiv und damit ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft. Die gesamte politische Kultur gehöre auf den Prüfstand: „Bei den Kriterien für den neuen Stadtkämmerer darf nicht als erstes das Parteibuch, sondern Kompetenz und Kreativität ausschlaggebend sein“, meinte Stieck.

Neben Musik und Kabarett, unter anderem von Brings und Wilfried Schmickler, gab es Interviews mit Kinder- und Jugendeinrichtungen. „Keine Kürzungen auf Kosten von gewaltbetroffenen Frauen, Mädchen und Jungen“, hatten Teilnehmer auf ein Banner geschrieben. „Sparen ja, aber es muss Sinn machen und nicht gespart werden auf dem Rücken der schwächsten gesellschaftlichen Gruppen“, forderte Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses. Vor allem, wo Arbeit ehrenamtlich geleistet werde, sei Sparen widersinnig. „Die Hilfe der Stadt ist oft ein Betriebskostenzuschuss, damit überhaupt die Räumlichkeiten erhalten bleiben. Hier bedeuten die Kürzungen für viele kleine Vereine das Aus.“

Am Montag will Oberbürgermeister Jürgen Roters seine Sparvorschläge den Fraktionen im Finanzausschuss vorlegen.



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