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Benefiz-Aktion für Habibi

Happy End am Hindukusch

Von Gisbert Franken, 18.06.10, 22:52h

Deutschland wird in Habibis Herzen immer einen Platz haben: Im November 2006 kam der Halbwaise mit einem schweren Knochenschaden für eine Operation nach Bergisch Gladbach. Seit November 2009 ist er wieder mit seiner Familie vereint.

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So sieht Habibi heute aus. (Bild: privat)
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So sieht Habibi heute aus. (Bild: privat)
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Habibi im Evangelischen Krankenhaus nach dem ersten Eingriff. (Archivbild: Daub)
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BERGISCH GLADBACH. Deutschland wird in Habibis Herzen immer einen Platz haben. Auch wenn der heute 13-Jährige im vergangen Herbst ins heimatliche Badachschan im äußersten Nordosten Afghanistans zu seiner Familie, zu seiner Mutter und den zehn Geschwistern, heimgekehrt ist.

Dass er ohne Krücken laufen kann, verdankt der Junge den Ärzten am Gladbacher Evangelischen Krankenhaus und vor allem am Aachener Klinikum - und er verdankt es der Spendenbereitschaft vieler Menschen im Bergischen Land, die auf Aufrufe in der Bergischen Landeszeitung und in Radio Berg fünfstellige Beträge zusammengebracht haben, um die teure Therapie zu finanzieren.

Die Sprache des Herzens

Rückblick in den November 2006: Im Gladbacher EvK wurde „ein Junge aus Afghanistan“ erwartet. Die Organisation „Kinder brauchen uns e.V.“ (KBU) hatte den damals zehnjährigen Halbwaisen ausgeflogen aus dem gebirgigen Gebiet an der Grenze zu China und Tadschikistan. Habibi, der eigentlich Habibullah Aga heißt, ist selbst ein Tadschike, wie die Bezeichnung der eingesessenen Perser in Afghanistan lautet.

Und außer seinem persischen Gebirgsdialekt spricht und versteht der kleine Junge mit den kohlschwarzen Augen, der dann plötzlich in der Unfallchirurgie des EvK steht, kein Wort. Er spricht aber eine andere Sprache, eine Sprache des Herzens, mit blitzenden Augen, lachendem Mund und flinken Handzeichen, die ihm schnell die Herzen aller Mitarbeiter erschließt. Kaum zu glauben, dass der lebhafte Kerl an seinen Krücken bei jeder Bewegung brutale Schmerzen haben muss. Aufgrund von lange zurückliegenden, nicht oder völlig unzureichend behandelten Verletzungen fehlt ihm der linke Schienbeinknochen: Er läuft allein auf dem Wadenbein. In Folge dessen sind auch sein rechtes Hüftgelenk und die Knie völlig versteift. Dr. Timm Schlummer, der damalige Chefarzt der Orthopädie, der für KBU unentgeltlich die Behandlung in Angriff nimmt, sieht gleich, dass er mit den Mitteln des EvK hier nicht weit kommt. Eine völlig neue Therapietechnik ist gefragt, die der Spezialist Professor Michael Weber in Aachen beherrscht: Er kann den fehlenden Knochen nachwachsen lassen. Eine teure und langwierige Prozedur, die mehrere schwierige Operationen voraussetzt. Ohne Kostenträger müssen schon 20.000 Euro aufgebracht werden, um das Verfahren überhaupt beginnen zu können.

Doch es gelingt. Drei Jahre verbringt Habibi mit Heimweh und Sprachproblemen bei Gasteltern in Sankt Augustin und Aachen fern der Familie am Fuße des Hindukusch. Doch heute kann er laufen und er spricht ein akzentfreies Deutsch, wie KBU-Vorsitzender Markus Dewender bestätigt. Der Verein betreibt ein Internat in der afghanischen Hauptstadt Kabul, in das Habibi vor einem Vierteljahr eingezogen ist.

Deutsche Gasteltern zahlen das Schulgeld

Er besucht jetzt die deutsch-afghanische Armani-Oberrealschule, auf der er Abitur machen will. Dafür musste Habibi wieder seine Mutter und seine Geschwister verlassen, aber im bitterarmen Badachschan mit einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt gibt es keine vergleichbare Ausbildungsmöglichkeit. Bezahlt wird das übriges von der Familie Bejan in Aachen, bei der Habibi auch den größten Teil seines Deutschlandaufenthaltes verbrachte. Und wenn er fleißig ist und zu den Jahrgangsbesten gehört, kann Habibi ein Auslandstipendium ergattern und zum Studium nach Deutschland zurückkommen.



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