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Geplantes Einkaufszentrum

Kampf ums Rathaus ist eröffnet

Von Günter Willscheid, 25.06.10, 07:03h

Der Rat der Kreisstadt hat einem Bürgerentscheid am 19. September über die Zukunft des Rathauses zugestimmt. Tatsächlich geht’s jedoch um das Shoppingcenter, das an dessen Platz entstehen soll. In der Debatte gab es harsche Kritik an Bürgermeister Franz Huhn.

Siegburg - Der „Wahlkampf“ ist eröffnet: Am Donnerstagabend stimmte der Stadtrat nach zweistündiger emotionsgeladener Debatte einstimmig der Durchführung eines Bürgerentscheids zu. Am Sonntag, 19. September, sind die Siegburger Wahlberechtigten aufgerufen, über die Frage zu entscheiden, ob das Rathaus erhalten bleiben oder abgerissen werden soll. Dass es dabei tatsächlich um das geplante Einkaufszentrum des Hamburger Projektentwicklers ECE geht, war jedem bewusst und wurde dennoch wieder einmal ausgiebig debattiert.

In einer „Notwehrsituation“ sieht CDU-Fraktionschef Jürgen Becker angesichts der drohenden Konkurrenz in Sankt Augustin und Troisdorf die Kreisstadt und fürchtet, ohne große Einkaufsgalerie werde Siegburg wieder „im Dornröschenschlaf der 60er Jahre versinken.“ Die Opposition hingegen hofft auf dezentrale Lösungen bei der Innenstadtentwicklung.

Wie auch die Bürgerinitiative, deren Sprecher Hermann Morgenstern zu Beginn der Debatte noch einmal seine Argumente darlegte. Nicht ohne Bürgermeister Franz Huhn zu kritisieren, weil er die ECE-Gegner „diffamiert“ habe, weil manche Mitglieder der Bürgerinitiative „auf der Straße nicht mehr gegrüßt“ werden. Auch SPD-Fraktionschef Frank Sauerzweig sprach von einer „Diffamierungskampagne“, Charly Halft von den Grünen von einem „schmutzigen Spiel“, und FDP-Fraktionschef Jürgen Peter empfindet die Diskussion um ECE sogar schon als „Glaubenskrieg“. Und nur, damit „alle Siegburger entscheiden können“, so Peter, und um den „Weg freizumachen“ für einen Bürgerentscheid, wie Becker formulierte, hatten die Liberalen mit der CDU zuvor abgelehnt, dem Bürgerbegehren zu entsprechen – gegen die Stimmen der anderen Oppositionsparteien, die sich natürlich gleich auf die Seite der Bürgerinitiative schlugen. (gw)



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