Von Günter Willscheid, 23.06.10, 07:03h
Indes: „Ich kann Ihnen versichern, dass Helios nicht aussteigen wird“, betonte Unternehmenssprecher Klemens Kunsleben auf Anfrage, und die Bilanz mag ihn bestätigen: Seit Jahren schreibe Helios in Siegburg „schwarze Zahlen“.
Dass die Aussetzung der Sanierung des Bettenhauses, die im September starten sollte, die Gerüchteküche anheizte, kann Kunsleben freilich verstehen. Doch hat das Unternehmen dafür eine Erklärung. Der ganze Sanierungsplan, so Kunsleben, müsse noch einmal durchdacht werden. Nachdem Helios die Immobilie nach langwierigen Verhandlungen von der Stadt gekauft habe, hat ein Expertenteam des Unternehmens das in den 70er Jahren erbaute Haus unter die Lupe genommen. Und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine grundlegende Umstrukturierung erforderlich ist, um das Krankenhaus „nachhaltig“ für die Zukunft zu rüsten. Dazu zähle, so Kunsleben, auch der Gedanke, sich von den klassischen Fachstationen zu verabschieden und interdisziplinäre Krankenstationen einzurichten. Zudem habe der alte Sanierungsplan die neu eingerichtete Gefäßchirurgie nicht berücksichtigt. Die, so der Unternehmenssprecher, übertreffe alle Erwartungen und müsse bei der Sanierung des Bettenhauses eingeplant werden. Dass sich die Zahl der Betten erhöht, steht einstweilen nicht zur Debatte. Doch will man sich diese Option nicht verbauen. Derzeit freilich ist das Krankenhaus insgesamt ohnehin nicht ausgelastet. Das liege vor allem am maroden Zustand des Bettenhauses. „Damit kann man nicht punkten“, räumt Kunsleben ein. Und das soll sich mit der Sanierung ändern. Allein für das Bettenhaus ist eine Investition von 20 Millionen Euro vorgesehen, insgesamt will Helios 35 Millionen Euro in die Modernisierung stecken. Und: „Daran wird nicht gerüttelt“, versichert Kunsleben. Bis Ende des Jahres soll der neue Sanierungsplan stehen. „Und dann kann es auch losgehen.“ Schon früher, nämlich „bevor die Blätter von den Bäumen fallen“ will Bürgermeister Franz Huhn von der Konzernzentrale in Berlin erfahren haben. Helios, so teilte die Stadt mit, habe zugesichert, dass es am 35-Millionen-Projekt keine Abstriche gebe und auch kein Zweifel am Standort Siegburg bestehe. Gleichwohl ist Betriebsratsvorsitzender Achim Teusch besorgt, zumal er den „Personalmangel im operativen Bereich“ kenne. Stutzig machte ihn zudem, dass bei der Versammlung die Geschäftsführung „unentschuldigt fehlte“ und ihm gesagt worden sei: „Es läuft derzeit nicht gut“. Für Freitag hat die Klinikleitung zur Mitarbeiterversammlung eingeladen.
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