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Mängeltour

Lilly kämpft sich durch Ehrenfeld

Von Werner Grosch, 22.06.10, 22:10h

Vom einen zum andern „Mangel“ ist es nicht weit. Ein paar Meter, und schon stößt der Radfahrer wieder auf Hindernisse. Oder zumindest auf seltsame Umstände. Für seine „Mängeltour“ hat sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club diesmal Ehrenfeld ausgesucht.

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Für seine „Mängeltour“ hat sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club diesmal Ehrenfeld ausgesucht. (Bild: Gauger)
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Für seine „Mängeltour“ hat sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club diesmal Ehrenfeld ausgesucht. (Bild: Gauger)
Köln - Vom einen zum andern „Mangel“ ist es nicht weit. Ein paar Meter, und schon stößt der Radfahrer wieder auf Hindernisse. Oder zumindest auf seltsame Umstände. Für seine „Mängeltour“ hat sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) diesmal Ehrenfeld ausgesucht, und da sorgt schon die chronische Parkplatznot regelmäßig für Ärger. Aber das ist bei weitem nicht alles, was Andrea Fromberg dazu gebracht hat, sich an den Fahrradbeauftragten der Stadt zu wenden. Ihre knapp fünfjährige Tochter Lilly kann schon ganz gut radeln, und da sie an der Venloer Straße wohnt, übt jede kleine Tour verkehrstechnisch ungemein.

Autos parken Bürgersteige zu

„Es gibt hier in Ehrenfeld Straßen, da kann man nicht guten Gewissens Rad fahren“, sagt Andrea Fromberg. Weder Straßenverkehrsamtsleiter Klaus Harzendorf noch Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, der Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers oder der Leitende Polizeidirektor Helmut Simon widersprechen. Sie alle radeln in der Gruppe von Fahrrad-Aktivisten mit und diskutieren so etwa an jeder dritten Ecke die Möglichkeiten, Radfahrer besser zu schützen und auch Nachwuchspedaleuren wie Lilly ausreichend Platz auf dem Bürgersteig zu verschaffen. Beispiel Marienstraße: Dort parken Autos beidseitig halb auf dem Bürgersteig. Kaum ein Durchkommen. Legal parken könnten die Besitzer komplett auf der Fahrbahn, und das will das Amt für Straßen und Verkehrstechnik jetzt mit Markierungen erreichen.

Keine hundert Meter weiter trifft die Expertentruppe auf eine Unmenge Räder, die kreuz und quer zwischen Bauzäunen abgestellt sind. Hier, am S-Bahnhof Ehrenfeld, müssen dringend mehr Stellplätze her, mahnt der ADFC an. Kaum durch den Bahnbogen auf die andere Seite der Gleise gelangt, treffen die Vertreter der Stadt auf eigene Mitarbeiter, die gerade den Platz vermessen. „Hier kommen in den nächsten zwei, drei Wochen 34 zusätzlich Stellplätze für Fahrräder hin“, verrät einer. So schnell kann eine Verwaltung sein. . .

Eher länger wird es dauern, bis es eine befriedigende Lösung für die Venloer direkt westlich der Inneren Kanalstraße gibt. Hier wären Schutzstreifen auf der Fahrbahn sinnvoll, darüber herrscht Einigkeit. Aber dann müsste der gebaute Radweg weg. Der ist zwar schmal und muss deshalb auch nicht benutzt werden, aber Weg und Schutzstreifen nebeneinander, das geht nicht.

So gar keine gute Lösung will den Experten einfallen, um verwirrte Radler auf der Veloroute aufzuklären. Die werden, wenn sie an der Inneren Kanalstraße Richtung Süden unterwegs sind, von einem rot-weißen Wegweiser direkt durch einen Bogen unterm Bahndamm geleitet. Der darf aber eigentlich gar nicht durchfahren werden. Als Radfahrer müsste man das halt wissen. Helmut Simon deutet aber lächelnd an, dass die Polizei da eine gewisse Toleranz an den Tag legen dürfte. Überhaupt zeigt der Leitende Polizeidirektor Herz für die Radfahrer und stellt grundsätzlich fest, dass eben nicht alles mit Schildern, Ampeln und Verboten zu regeln ist: „Das Ganze ist eine Frage des Miteinanders. Wir müssen ganz groß dafür sensibilisieren, denn der Radverkehr nimmt immer mehr zu. Wenn wir das nicht schaffen, können wir so viele Schilder aufstellen, wie wir wollen.“

Der Amtsleiter verspricht am Ende aber doch noch ein paar Schilder. Die sollen Radfahrer im Grüngürtel vor der Venloer warnen. Ein schwerer Unfall im Jahr 2009 hatte gezeigt, dass mancher die Querstraße erst spät bemerkt.



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