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Interview mit Google-Sprecherin

Alle Straßen schon vom Auto aus gefilmt

Erstellt 24.06.10, 07:00h

Lena Wagner ist Sprecherin von Google Deutschland in Hamburg. Manfred Reinnarth sprach mit ihr über „Street View“ und die Widerspruchsmöglichkeiten für Verkehrsteilnehmer und Hausbesitzer aus dem Kreis Euskirchen.

Welche Straßen im Kreis Euskirchen sind erfasst?

In Deutschland werden bereits seit 2008 für „Street View“ Foto-Aufnahmen gemacht, so dass Fahrzeuge schon in allen Landkreisen und kreisfreien Städten unterwegs waren. 2010 werden im Wesentlichen nur noch Lücken gefüllt und Fahrten dort wiederholt, wo es technische Probleme mit dem Bildmaterial gab. Momentan haben wir die Fahrten allerdings bis auf Weiteres gestoppt.

Wie gehen sie mit Widersprüchen von Hausbesitzern oder abgebildeten Personen um?

Die Software, die wir eigens zur Unkenntlichmachung von Gesichtern und Autokennzeichen entwickelt haben, ist die beste verfügbare Technologie und verpixelt mehr als 90 Prozent aller erkennbaren Gesichter und Autokennzeichen. Sollte versehentlich etwas übersehen worden sein, stellen wir unseren Nutzern bedienerfreundliche Tools zur Verfügung, mit denen sie uns zur Entfernung von unerwünschten Bildern auffordern können. Außerdem bieten wir Nutzern vor der Liveschaltung des Dienstes die Möglichkeit, uns Bescheid zu geben, wenn sie ihr Haus nicht in „Street View“ integriert haben wollen.

Wie reagieren Sie auf die Sammelproteste der Kommunen?

Das Persönlichkeitsrecht ist ein Recht, über welches grundsätzlich nur jeder selbst verfügen kann. Widersprüche können daher grundsätzlich nur von dem Betreffenden selbst eingelegt werden oder im Rahmen einer konkreten Stellvertretung. Das bedeutet, dass z.B. Gemeinden keinen Widerspruch für alle ihre Bürger einlegen können, es sei denn, sie wurden dazu konkret von allen Bürgern beauftragt. Wir prüfen, welches vereinfachende Verfahren für solche Anträge empfohlen werden kann und werden uns hierzu mit den Spitzenverbänden abstimmen.

Und wenn man sein Haus partout nicht bei Google sehen will?

Google hat gegenüber den deutschen Datenschutzbehörden zugesagt, vor der Veröffentlichung von Abbildungen aus Deutschland eine Funktion zur Verfügung zu stellen, mit der jeder der Veröffentlichung einer Abbildung seines Hauses widersprechen kann. Diese Funktion befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und wird rechtzeitig vor der Veröffentlichung der Bilder zur Verfügung gestellt. Die Funktion ist notwendig, weil die genaue Identifizierung des Widerspruchgegenstandes allein anhand der Adresse technisch nicht möglich ist. Google nimmt aber auch bereits vor Entwicklung der Funktion Widersprüche entgegen.



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