Von Klaus Müller-Wolf, 09.07.10, 07:03h
So inszenierte Schüller am Donnerstag gemeinsam mit dem Physik- und Chemielehrer Andreas Türk bei strahlendem Sonnenschein eine ungewöhnliche Physikstunde mit allen 500 Schülern unter freiem Himmel. Mit Hilfe von ebenso vielen Taschenspiegeln sollte als erstes durch gebündeltes Sonnenlicht eine Pfanne so stark erhitzt werden, dass darin zwei Spiegeleier zubereitet werden konnten. Im Anschluss sollte dann ein Strohballen durch die Reflexion entzündet werden. Was in der Theorie zwar machbar ist, sollte sich aber in der Praxis zumindest an diesem Vormittag als unmöglich erweisen. Die Temperatur der Pfanne wollte nicht über 40 Grad Celsius klettern, die Eier blieben im Karton, sie wären nicht gar geworden. „Vermutlich hatten die Schüler wegen der Entfernung Mühe mit ihren Spiegel das Licht auf das Objekt zu richten“, sagte Türk. „Ich hatte sie ohnehin darauf vorbereitet, dass nicht immer alle Versuche direkt gelingen und man manchmal die Versuchsanordnung ändern muss.“ Damit es mit der gemeinsamen Brandstiftung dann doch noch klappte, goss der Naturwissenschaftslehrer Äther auf den Strohballen, das wirkte; nachdem es zunächst zu qualmen anfing, loderten kurze Zeit später unter dem Jubel der Schüler die Flammen auf. Experiment geglückt und Schüler und Kollegium zufrieden. So sehr, dass Schüller nach der vierten Stunde hitzefrei verkündete und Türk einen neuen spektakulären Versuch auf dem Schulhof ankündigte: eine Fettexplosion.
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