Erstellt 12.07.10, 11:38h
Was sich vorher am Samstag vor dem Hit-Markt im Bad Honnefer Süden abgespielt hatte, lässt sich nur mit einem Wort treffen: Party. Zweieinviertel Stunden lang hatte die Kölner Kultband im traditionellen Schottenkaro der begeisterten Menge eingeheizt: „Superjeile Zick“ - der Titel war Programm. Bei brütender Hitze gingen die Arme hoch, die Menschen sangen mit und tanzten, als wäre plötzlich die Welt drumherum nicht mehr wichtig. Ob bei dröhnendem Bass rockend mit einer ganz coolen Adaption „Ich mööch zo foos noh Kölle jonn“ oder eher romantisch mit „Nur nicht aus Liebe weinen“ - die Jungs kamen an.
Und sie waren ganz ohne Starallüren: Fotos mit Fans, Autogrammkarten, ohne viel Drumherum, Stars zum Anfassen. Dabei hatten einige ganz schön ranklotzen müssen: „Der Laden war bis 16 Uhr ganz normal geöffnet und um 17 Uhr war Einlass“, schmunzelte Jörg Pütz, Präsident der Karnevalsgesellschaft „Halt Pol“ und Hit-Mitinhaber. „Bis zum letzten Moment haben wir gewirbelt. Aber wir haben es hinbekommen.“
Spürbar stolz war Elferratsmitglied Peter Hurrelmann auf seine „Halt Pöler“, die das Konzert anlässlich eines Jubiläums auf die Beine stellten. „Es war einfach toll. Alle waren da, jeder hat mit angepackt und sich voll reingehängt.“
Dass im Karneval „Brings“ zu den heißesten Nummern gehört, ist bekannt - aber mitten im Sommer und das in Bad Honnef? Pütz erinnerte sich: „Es war am Aschermittwoch, beim Fischessen - und die Idee war da.“ Schnell hatte sich ein „Orga-Team“ gefunden (Jens Wilke, Thomas Steinmann, Andreas Türler, Peter Hurrelmann), „und dann lief die Sache“, so Pütz. Aber warum mitten im Sommer? „Schließlich haben wir in der kommenden Session unser Jubiläum und stellen die Siebengebirgstollitäten“, so Pütz, „also warum nicht einmal ein Open Air.“
Das Jubiläum ist allerdings so jeck wie die „Pöler“ selbst - 136 Jahre „Halt Pol“, also das närrische elfte Jahr im neuen Jahrtausend. Wobei ein Geheimnis gehütet wird wie der sprichwörtliche Augapfel: Klar ist nur, dass die Pöler die närrischen Herrscher im Siebengebirge stellen. Nur obs ein Prinz, ein Prinzenpaar oder ein Dreigestirn wird, dazu lässt sich Pütz nichts entlocken. Was ihn allerdings nicht davon abhielt, unmittelbar vor dem Anpfiff des WM-Halbfinales Deutschland - Uruguay ein Versprechen von der Bühne zu rufen: „Wenn ihr in zwei Jahren bei der Europameisterschaft wieder hier seid, gehen wir es auch wieder an.“ Und nach der Party war sozusagen vor der Party: Auf der Großleinwand am Kran-Haken über der Bühne gings weiter - mit Fußball und den allgegenwärtigen Vuvuzelas. (top)
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