Von Stephan Brockmeier, 15.07.10, 07:06h
Zunächst 50 Arbeitsplätze, später mehr, sollen in dem Gebäude entstehen. Als Hauptmieter einziehen wollen die Patentanwälte Fleischer, Godemeyer, Kierdorf & Partner, die auch als „polypatent“ firmieren. Sie sind derzeit überwiegend im Braunsberger Feld bei Herkenrath untergebracht, ihre Kanzlei platzt aber aus allen Nähten. Das zweigeschossige Gebäude soll energieneutral sein und dank großflächiger Photovoltaik-Anlagen im Jahresschnitt mindestens so viel Energie erzeugen, wie es selbst verbraucht.
Trotz Skepsis der Denkmalschützer stimmte der Overather Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Vorlage der Stadtverwaltung zur Änderung des Bebauungsplans in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig bei drei Enthaltungen zu.
Zuvor hatten sich die Mitglieder anhand einer Animation davon überzeugt, dass das Alte Zollhaus durch das futuristische Bauwerk keineswegs erdrückt, erschlagen oder auch nur misshandelt wird. Die Enthaltungen gingen vor allem auf die für die Animation gewählte Farbe Blau zurück.
Freude über neue ArbeitsplätzeKanzlei-Mitglied Joachim Lüdcke erfuhr die Nachricht von der Zustimmung am Donnerstagvormittag durch die BLZ, war hoch erfreut, und versicherte sogleich, dass über die Farbwahl noch gar nicht wirklich gesprochen worden sei: „Das ist alles nur ein Vorentwurf, aber noch keine konkrete Planung.“
Sollte es tatsächlich zu dem dem Vernehmen nach eine Million Euro teuren Bau kommen, werden die Patentwanwälte nicht selbst als Bauherren auftreten. Dies wird ein Investor aus der Eifel sein, vom dem die Anwälte die Räumlichkeiten dann anmieten. Im Ausschuss begrüßten mehrere Redner das Projekt. SPD-Fraktionschefin Ruth Rocholl bescheinigte dem „Ufo“, dass es des Alte Zollhaus nicht überragen werde, problematisierte aber als erste Rednerin die Farbe Blau. Für die CDU begrüßte Hans Wester, dass sich das Unternehmen für Overath entschieden habe. Wester sprach von „80 Arbeitsplätzen im gehobenen Segment“, die ein Plus für Steinenbrück und Untereschbach darstellten. Hermann Küsgen (FDP) nannte das Projekt eine „attraktive städtebauliche Ergänzung“ und Oliver Hahn (CDU) lobte die Tatsache, dass sich das neue Gebäude so deutlich vom Denkmal absetzen und es dadurch noch mehr akzentuieren werde.
Dagegen kritisierte für die Grünen Gerhard Bartel die blaue Farbe - was Hahn zu dem Hinweis veranlasste, dass sich gegenüber eine Tankstelle (übrigens in Gelb und Rot) befinde. Der Leiter des Bauordnungsamtes, Manfred Knipp, wies darauf hin, dass es keine rechtliche Handhabe gebe, die Farbe Blau zu verbieten: „Dafür finde ich keinen städtebaulichen Grund.“ Am Ende enthielten sich die beiden Grünen und SPD-Ratsherr Rolf Trefz der Stimme, die übrigen Mitglieder stimmten zu.
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