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Enten und Schwäne betroffen

Tiersterben am Weiher geht weiter

Von Daniel Taab, 16.07.10, 18:49h

50 Enten, zahllose Fische und zwei Schwäne sind tot: Die Lage ist ernst am Aachener Weiher. Bei einer Pressekonferenz im Biergarten entlädt sich der Zorn der Bürger über das Tiersterben an ihrem geliebten See.

Aachener Weiher
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Das Entendrama am Aachener Weiher geht weiter. (Bild: Gauger)
Aachener Weiher
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Das Entendrama am Aachener Weiher geht weiter. (Bild: Gauger)
Reinhard Vohwinkel
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Vogelwart Reinhard Vohwinkel rettete zwei Schwäne vor der drohenden Vergiftung. (Bild: Gauger)
Reinhard Vohwinkel
Köln - Der Kormoran hat leichtes Spiel. „Die Fische sind tot oder müde. Sie können sich gegen den Fang nicht mehr wehren“, sagt Josef Ludwig vom Kölner Angel- und Gewässerverein. Der Kormoran ist einer der wenigen verbliebenen Tiere auf dem Aachener Weiher, der an manchen Stellen einer Kloake gleicht. Die meisten Vögel sind verendet. Schon 50 Enten, zahllose Fische und zwei Schwäne sind tot. Die Lage ist ernst an dem Gewässer zwischen Aachener Straße und Universitätsstraße. Bei einer Pressekonferenz im Biergarten entlädt sich gestern der Zorn der Bürger über das Tiersterben an ihrem geliebten See. Weil es keine schnelle Lösung des Problems gibt, werden manche Anwohner laut. Bezirksbürgermeister Andreas Hupke droht damit, die Veranstaltung zu beenden.

Zehntausende Liter Wasser in See gepumpt

Nur mühsam gelingt es den Journalisten, Fragen zu stellen. Dr. Joachim Bauer, Abteilungsleiter im Grünflächenamt, hat Mühe, seine Sicht der Dinge darzustellen: „Das Problem ist die lang anhaltende Hitze und der fehlende Sauerstoff im Wasser“. Und: „Durch die Hitze haben sich die Bakterien in dem Schlamm auf dem Boden enorm vermehrt und eine Art Nervengift entwickelt, das Botulismus zur Folge hat“. Ein weiteres Problem: Viele Bürger füttern die Tiere. Die Reste sinken auf den Boden und verschlammen den See immer mehr. Der Kot der Enten, Grillabfälle und Blätter sorgen für zusätzlichen Schlamm auf dem Grund.

Was passiert? Die Stadt pumpt seit mehreren Tagen von 6 Uhr bis 14 Uhr zehntausende Liter frisches Wasser über die Lindenthaler Kanäle unterirdisch in den See. Möglicherweise wird in den kommenden Tagen noch eine weitere Pumpe aktiviert. „Das ist unsere Chance“, betont Bauer. Ob die Aktion allerdings erfolgreich ist, bleibt fraglich. „Wir müssen abwarten. Gut wäre es, wenn die Hitze endlich vorbei ist“, sagt Fischexperte Josef Ludwig. Eine Frischwasserkur bekommt auch der kleine See vor dem Ostasiatischen Museum. Dort waren in den vergangenen Tagen ebenfalls viele Tiere verendet. Eine Leerung und das Ausbaggern des Weihers schließt Bauer aus. „Dadurch wird das Öko-System zerstört. Im See leben viele Jungfische, Schildkröten oder Schnecken“. Nur bei dem kleinen See am Theodor-Heuss-Ring sei einmal eine solche Entscheidung getroffen worden, weil dieser extrem verschlammt war. Damit es künftig in heißen Sommern nicht erneut zu einer solchen „kritischen Situation“ kommt, wie Bauer es ausdrückt, müsse das Füttern der Tiere durch Passanten unterbunden werden.

Außerdem wäre es wünschenswert, wenn es weniger Tiere in dem Gewässer geben würde. Dadurch könne die Verschlammung reduziert werden. Fakt ist: In diesen Tagen sterben immer wieder Tiere am See. Ein Herz für Schwäne zeigte gestern Vogelwart Reinhard Vohwinkel aus Hattingen. Er rettete zwei Schwäne und fuhr sie zur Vogelschutzwarte „Passmühle“, um sie vor einer tödlichen Vergiftung zu retten.



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