Von Daniel Taab, 16.07.10, 18:49h
Zehntausende Liter Wasser in See gepumpt
Nur mühsam gelingt es den Journalisten, Fragen zu stellen. Dr. Joachim Bauer, Abteilungsleiter im Grünflächenamt, hat Mühe, seine Sicht der Dinge darzustellen: „Das Problem ist die lang anhaltende Hitze und der fehlende Sauerstoff im Wasser“. Und: „Durch die Hitze haben sich die Bakterien in dem Schlamm auf dem Boden enorm vermehrt und eine Art Nervengift entwickelt, das Botulismus zur Folge hat“. Ein weiteres Problem: Viele Bürger füttern die Tiere. Die Reste sinken auf den Boden und verschlammen den See immer mehr. Der Kot der Enten, Grillabfälle und Blätter sorgen für zusätzlichen Schlamm auf dem Grund.
Was passiert? Die Stadt pumpt seit mehreren Tagen von 6 Uhr bis 14 Uhr zehntausende Liter frisches Wasser über die Lindenthaler Kanäle unterirdisch in den See. Möglicherweise wird in den kommenden Tagen noch eine weitere Pumpe aktiviert. „Das ist unsere Chance“, betont Bauer. Ob die Aktion allerdings erfolgreich ist, bleibt fraglich. „Wir müssen abwarten. Gut wäre es, wenn die Hitze endlich vorbei ist“, sagt Fischexperte Josef Ludwig. Eine Frischwasserkur bekommt auch der kleine See vor dem Ostasiatischen Museum. Dort waren in den vergangenen Tagen ebenfalls viele Tiere verendet. Eine Leerung und das Ausbaggern des Weihers schließt Bauer aus. „Dadurch wird das Öko-System zerstört. Im See leben viele Jungfische, Schildkröten oder Schnecken“. Nur bei dem kleinen See am Theodor-Heuss-Ring sei einmal eine solche Entscheidung getroffen worden, weil dieser extrem verschlammt war. Damit es künftig in heißen Sommern nicht erneut zu einer solchen „kritischen Situation“ kommt, wie Bauer es ausdrückt, müsse das Füttern der Tiere durch Passanten unterbunden werden.
Außerdem wäre es wünschenswert, wenn es weniger Tiere in dem Gewässer geben würde. Dadurch könne die Verschlammung reduziert werden. Fakt ist: In diesen Tagen sterben immer wieder Tiere am See. Ein Herz für Schwäne zeigte gestern Vogelwart Reinhard Vohwinkel aus Hattingen. Er rettete zwei Schwäne und fuhr sie zur Vogelschutzwarte „Passmühle“, um sie vor einer tödlichen Vergiftung zu retten.
Sauerstoffmangel
21.07.2010 | 00.56 Uhr | natilius
Eine Wasserorgel könnte das Problem lösen.
Ahlen i.W. hat damit erfolgreich den Langstsee gerettet.
Sauerstoff reinpumpen
16.07.2010 | 23.43 Uhr | Mattes
Man kann so einfach Sauerstoff reinpumpen!
Die Freiwillige Feuerwehr bestellen. Die stellen ne Pumpe in den Weiher und Pumpen das Wasser aus dem See…
Ein grüner Innenstadt-Bürgermeister
16.07.2010 | 23.25 Uhr | radiue
sollte wissen, wie sich umweltproblematische Faktoren auf den See auswirken. Bisher war ich als Anwohner der Meinung, bei den Grünen in Umweltthemen…
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