Von Renate Hotse, 21.07.10, 07:01h
Dass sich trotzdem viele Menschen den belaubten Methusalems in ihren Orten verbunden fühlen, zeigte sich etwa in der Empörung, die große Wellen schlug, als 2002 zwei über 200 Jahre alte Eichen in Kall-Heistert gefällt wurden.
Den Zorn der Bürger nahmen die Grünen seinerzeit zum Anlass, die Einführung einer Baumschutzsatzung zu fordern. „Politisch war dies jedoch nicht durchsetzbar“, erinnert sich Grünen-Ratsvertreter Ekkehard Fiebrich.
Stattdessen will man nun versuchen, im Zuge der Aktualisierung des Landschaftsplans in jedem Ortsteil einen Baum, eine Baumgruppe oder auch eine Hecke als Naturdenkmal auszuweisen. Eine entsprechende Auswahl haben die Grünen bereits getroffen und in eine Liste aufgenommen.
Die Fotografin Elvira Scheuer fertigte von jeder der imposanten Eichen, Linden, Kastanien, Eschen oder Buchen ein schönes Foto an. Auch ein sehr alter Apfelbaum in Scheven und eine Buchenhecke in Golbach gehören nach Ansicht der Grünen zu den Gewächsen, die aufgrund ihrer Eigenart oder Schönheit besondere Beachtung verdienen.
Entwurf liegt im Kaller Rathaus aus
„So viele wie möglich“, so Ekkehard Fiebrich, sollen von den 22 Vorschlägen berücksichtigt werden. Eine entsprechende Anregung an den Landrat wurde bereits formuliert, denn die Untere Landschaftsbehörde prüft das Vorhaben.
Nur noch bis zum 28. Juli liegt der Entwurf des Landschaftsplans zur Einsicht im Kaller Rathaus aus. In Form von Bürgeranträgen kann jeder Einwohner die Aktion „Naturdenkmal“ unterstützen. Darüber hinaus sammeln die Grünen Unterschriften für ihr Anliegen, so zum Beispiel auch am 24. August, 11 bis 16 Uhr, vor dem Toom-Markt in Kall.
Dort kann auch in die Fotodokumentation eingesehen werden. „Als wir das Projekt beim Kreisparteitag vorgestellt haben, war die Resonanz so positiv, dass nun auch andere Ortsverbände nachziehen werden“, berichtete Ekkehard Fiebrich.
In der Sitzung des Kaller Umweltausschusses am 9. September wird das Vorhaben ebenfalls auf der Tagesordnung stehen.
Die Zeit drängt, wie aktuelle Entwicklungen verdeutlichen: Für die alte Robinie am Berufskolleg in Kall, die auch als Naturdenkmal in der engeren Auswahl war, kommt die Aktion allerdings zu spät: Sie wurde zwischenzeitlich gefällt.
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