Von Martina Windrath, 22.07.10, 07:01h
Angebot war bundesweit einmalig
Nicht nur Mousa gratuliert der Zivildienststelle der Universität und ihren engagierten Helfern nun zu deren 20. Geburtstag. Auch Uni-Vizekanzlerin Ina Gabriel und weitere Vertreter der Verwaltung würdigten die Leistungen der Einrichtung, die sich zu einer etablierten Anlaufstelle im Hörsaalgebäude, Raum H, entwickelt hat. Das bundesweit erste Angebot dieser Art hat Schule gemacht bis hin zur Uni Düsseldorf. Zahlreiche Studierende mit Behinderungen wurden unterstützt. Die Mitarbeiter führen zum Beispiel Blinde zum Seminar, helfen beim Kopieren und Vergrößern von Artikeln und dem „Übersetzen“ in Braille-Schrift, sie assistieren beim Klausuren-Schreiben, beim Essengehen in der Mensa, helfen bei Behördengängen - und schleppen ab und zu auch mal die Rollis.
Zwar hat sich mit barrierefreien Neubauten und nachgerüsteten Komplexen eine Menge an der Hochschule gebessert. Aber es mangele vor allem noch am Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen, meint Zivi Andreas. Oft müssen sie auf dem Albertus-Magnus-Platz abgestellte Fahrräder von den tastbaren Streifen des Blindenleitsystems räumen oder an Baustellen einen Weg für „Rollis“ bahnen. „Da denken viele nicht drüber nach.“ Und oft parken Autos unbefugt Behindertenplätze zu. „Vielleicht müsste man mehr Aufklärungsarbeit machen“, meint Anna-Roxanne.
In Sachen Barrierefreiheit sei die Hochschule „auf einem guten Weg“, sagt Leiterin Sylvia Wanitzke, „durch Neubauten und Sanierungen tut sich eine Menge.“ Aber die ständig kürzer werdende Zivizeit sorgt für Probleme: „Wir müssen überlegen, wie wir das ganze Jahr besetzen können, die meisten Jungs wollen nach dem Abi nicht lange warten und den Zivildienst starten. Auch das zweite Halbjahr ausreichend zu besetzen, sei ein Problem.
Es wird deshalb gerade überlegt, ob vermehrt Helfer im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder studentische Hilfskräfte eingestellt werden. Bis zur Entscheidung bleibt es bei der bewährten Zahl von drei Zivis und einer „FSJ“-lerin. „Ich finde bei unserem Einsatz hier auch wichtig, dass wir als vertraute Ansprechpartner nicht nur sechs Monate vor Ort sind“, sagt Andreas. „In sechs Monaten hat man gerade alles kennen gelernt, dann soll man schon wieder weg.“ Über das Engagement und die Entwicklung des wechselnden Teams freut sich Sylvia Wanitzke immer wieder: „Es ist schön zu sehen, wie sie sich weiter entwickeln, im Team arbeiten und selbständiger werden.“
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