Von Daniel Taab, 26.07.10, 07:03h, aktualisiert 26.07.10, 10:23h
Den Behörden in Duisburg liegt bereits eine Anzeige eines Feuerwehrmannes vor. Dies wurde bei der Pressekonferenz gestern Mittag bekannt. Der Feuerwehrmann hatte genau vor dieser Gefahrenstelle gewarnt, an der die Katastrophe passiert ist.
Massive Sicherheitsbedenken gegenüber der Durchführung der „Loveparade“ gab es auch von Polizisten, die sich mit Großveranstaltungen auskennen. In den Tagen vor dem Musikspektakel gab es eine Begehung des Festgeländes, wobei Beamte deutlich machten, dass das Areal des Alten Güterbahnhofs zu klein für die Veranstaltung sei. „Wir haben unsere Bedenken ausgesprochen. Als ich am Samstagabend von den Toten gehört hatte, hatte ich Tränen in den Augen“, sagte ein Beamter der Kölnischen Rundschau.
Der Veranstalter wollte sich auf einer Pressekonferenz gestern nicht dazu äußern, wie der Zugang zum Festgelände durch den Tunnel vor Beginn der „Loveparade“ mit Blick auf die Sicherheit der Besucher bewertet wurde. Der Sprecher des Veranstalters Lopavent, Björn Köllen, verwies auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.
Heilfroh, lebend und gesund wieder in Köln zurück zu sein, waren gestern vier junge Frau aus Longerich, Esch und Pesch. Die 19-Jährigen hatten sich die ganze Woche auf die Party in Duisburg gefreut und waren am Samstagmorgen zu dem Spektakel gefahren. Doch schon gegen 15.30 Uhr hatten die Freundinnen genug von der Veranstaltung und entschlossen sich, wieder Richtung Heimat zu fahren. Schon zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Tunnel überfüllt. „Wir haben in einer Röhre nur Menschen gesehen. Da wäre niemand mehr hereingekommen“, sagte Miriam P. im Gespräch mit der Rundschau. In der zweite Röhre sei es auch voll gewesen, „aber wir haben uns an der Tunnelwand nach vorne durchgearbeitet“, so die 19-Jährige. Zeitweise hatten sich die jungen Frauen im Gedränge aus den Augen verloren und sich danach durch Zufall wieder getroffen. „Es hat uns gewundert, dass die Tunnels als Ausgang und Eingang zum Gelände genutzt wurden“, erklärte die Kölnerin und fasste das Erlebte mit drei Worten zusammen: „Es war chaotisch.“
Erst im Zug Richtung Köln erfuhren die Freundinnen von der Katastrophe. Angehörigen hatten vergeblich versucht, die 19-Jährigen zu erreichen. Die Handynetze waren zusammengebrochen. „Mein Bruder hatte mir eine SMS geschickt, ob es mir gut geht. Diese Kurzmitteilung kam erst eine Stunde später bei mir an“, sagte Miriam.
Die Rettungskräfte in Nordrhein-Westfalen starteten nach dem Unglück einen gigantischen Rettungseinsatz. Mehr als 120 Einsatzkräfte der Kölner Berufsfeuerwehr und aller Kölner Hilfsorganisationen hätten sich am späten Nachmittag und in den Nachtstunden an der Rettung beteiligt, teilte die Stadt mit. Außerdem waren mehr als zweihundert Polizeibeamte aus Köln im Einsatz. Das Kölner Deutsche Rote Kreuz richtete mit über 70 Helfern eine Stelle zur psychischen Betreuung von 500 Betroffenen ein. Oberbürgermeister Jürgen Roters dankte allen Helfern für ihren engagierten Einsatz.
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Veratwortung
27.07.2010 | 13.38 Uhr | Heinz Wilhelm Schaefer
Es gibt meines Erachtens nur einen Grund dafür, dass Herr Sauerland nicht zurücktritt. Er will den gleichen Druck auf seine Verwaltung ausüben wie…
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