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Loveparade-Unglück

Genehmigung morgens unterzeichnet

Von Daniel Taab, 26.07.10, 21:43h, aktualisiert 27.07.10, 18:25h

Wie die Kölnische Rundschau erfuhr, hat der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland erst am Morgen der Veranstaltung die Genehmigung für die Loveparade unterschrieben. Noch am Freitagabend wurde heftig über Sicherheitsbedenken debattiert.

Adolf Sauerland
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Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland bei der Pressekonferenz am Sonntag. (Bild: dpa)
Adolf Sauerland
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Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland bei der Pressekonferenz am Sonntag. (Bild: dpa)
Adolf Sauerlands Unterschrift
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Adolf Sauerlands Unterschrift im Kondolenzbuch - erst einen Tag vorher hatte er seine Unterschrift unter die Genehmigung gesetzt. (Bild: dpa)
Adolf Sauerlands Unterschrift
Köln - Die Besucher der Duisburger Loveparade waren am Samstag schon in Massen auf der Anreise, da war die Großveranstaltung noch nicht von oberster Stelle abgesegnet. Wie die „Kölnische Rundschau“ erfuhr, unterschrieb der Duisburger Oberbürgermeister die „ordnungsbehördliche Erlaubnis“ erst am Samstagmorgen um 9 Uhr. Noch am Freitag wurde in verschiedenen Sitzungen über das Sicherheitskonzept debattiert, wobei die Duisburger Berufsfeuerwehr und Polizisten nochmals deutlich machten, dass die Großveranstaltung so nicht stattfinden kann. „Am Freitag wurde die Loveparade nicht abgesegnet. Am Samstag musste dann eine Entscheidung gefällt werden“, sagte ein Beamter. Es sei den Verantwortlichen aber keine andere Wahl mehr geblieben, als ihr Einverständnis zu geben, hieß es weiter. „Schließlich waren schon Tausende auf der Anreise“, betonte ein Mitarbeiter aus dem erweiterten Organisatorenbereich.

Nach Auskunft von erfahrenen Polizisten ist es üblich, dass bei derartigen Großveranstaltungen schon Wochen oder Monate vorher, die „ordnungsbehördliche Erlaubnis“ unterschrieben wird. Ansonsten könnten die Planungen nicht vernünftig fortgesetzt werden. „So etwas habe ich in den vergangenen 30 Jahren noch nicht erlebt“, sagte ein Polizist, der seit vielen Jahren große Events in einer Millionenstadt federführend durchgeführt hat.

Unterdessen wurde bekannt, dass keiner der über 200 Kölner Polizisten, die die Katastrophe im Tunnelbereich mitbekamen, heute zur Arbeit gehen musste. „Sie haben den Montag freibekommen“, hieß es aus Polizeikreisen. Ob sie morgen zum Dienst kommen, wurde ihnen freigestellt. Die Behörde bietet den Beamten psychologische und seelsorgerische Hilfe an. Auch wenn die Polizisten wieder zur Arbeit kommen und möglicherweise später erst Schockzustände erleiden. Insgesamt waren die 14. und 15. Hundertschaft der Kölner Polizei, plus Abteilungsführung, an dem Einsatz in Duisburg beteiligt. Dabei sehr viele Beamte „mitten im tragischen Geschehen“, wie ein Ermittler sagte. „Ich habe von einem Kollegen gehört, der hat einen Menschen aus der Masse gezogen, dann zwei und beim Dritten versagten ihm die Kräfte und er musste die Person loslassen“, ergänzte der Beamte. Dies gehe den eingesetzten Polizisten sehr nahe, weil sie nicht wissen, was mit dieser Person geschehen sei. „Es sind schlimme Bilder, die die Beamten mit nach Hause genommen haben“, ergänzte ein Vorgesetzter im Gespräch mit der Rundschau. Die Männer und Frauen der Hundertschaft seien einiges gewöhnt und hätten schon viel miterlebt: „Aber das war eine andere Dimension“.

Die Ermittlungen zur Unglücksursache der Katastrophe von Duisburg mit 19 Toten übernimmt die Kölner Polizei. Dies teilte das Innenministerium mit. Im Kölner Präsidium soll der komplexe Sachverhalt von Ermittlern in Verbindung mit der Duisburger Staatsanwaltschaft aufgeklärt werden. Bei größeren Schadensereignissen ist es gängige Praxis, das eine größere Polizeibehörde aus Gründen der Objektivität den Fall übernehmen. In der eigens gegründeten Ermittlungskommission sollen nun die Umstände der Katastrophe geklärt werden. Die Kölner Polizei ist die größte Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen.



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