Von Reiner Thies, 27.07.10, 07:09h
Diese beeindruckende Zahl beziffert das Gesamtvolumen des Projekts, mit dem die Gemeinde ihr Schul- und Sportzentrum auf Vordermann bringen lässt. Die Marienheider werden mit einer Bauentwicklungsfirma eine „Public Private Partnership“ (PPP) eingehen, also eine staatliche Aufgabe in private Hände übergeben. Die beauftragte Firma wird die Schul- und Sporteinrichtungen nicht nur zwei Jahre lang sanieren, sondern auch weitere 25 Jahre lang in Stand halten und in dieser Zeit Miete kassieren.
Konkret geht es um alle drei Teile des Gesamtschulkomplexes und die beiden dazugehörigen Sporthallen, um den Sportplatz, das Kleinspielfeld und die Turnhalle an der Jahnstraße sowie um die Außenanlagen. 14 Millionen Euro wird es allein kosten, die vernachlässigten Bauten zu sanieren. Diese Summe wird aber erst fällig, wenn die Bauarbeiten im Oktober 2012 abgeschlossen sind. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Baufirma die komplette Finanzierung übernimmt. Die Finanzkrise hat aber dafür gesorgt, dass die Kommune selbst billigere Kredite bekommt.
Befreiteres und billigeres WirtschaftenWarum aber macht die Gemeinde dann nicht gleich alles selbst? Zum einen, weil die privaten Partner es billiger machen können: Wenn die Gemeinde die Sanierung und den anschließenden Betrieb der Schul- und Sportstätten in Eigenregie gestemmt hätte, wäre alles unterm Strich rund vier Millionen Euro teurer geworden, haben Kämmerei und die externen Berater der Bonner Firma PSPC ausgerechnet. Dem privaten PPP-Partner, der zugleich mehrere derartige Projekte betreut, kommt dabei seine Erfahrung im Gebäudemanagement zugute, er erzielt Synergien und kann flexibler wirtschaften als die von der Kommunalaufsicht gegängelte Gemeindeverwaltung. Aus den gleichen Gründen kann eine private Firma zum anderen auch viel schneller arbeiten, was nach Auskunft von Bürgermeister Uwe Töpfer den Ausschlag für die PPP-Entscheidung gab.
Weil die Zeit drängt, hat der Bürgermeister nun mitten in den Ferien eine Ratssitzung einberufen, bei der Auftrag vergeben werden soll. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung meldeten sich vier Anbieter, von denen zwei aufgefordert wurden, ihr Angebot zu überarbeiten. Anfang Juni hat sich die vom Rat eingesetzte Lenkungsgruppe schließlich auf eine Firma festgelegt, deren Namen aber erst bekannt gegeben werden darf, wenn der Auftrag tatsächlich vergeben wurde.
Schützen und Sportler geben Geld dazu
Die Genehmigung der Bezirksregierung für die Millioneninvestition bekam die hoch verschuldete Gemeinde nur, weil die Unterhaltung ihrer Schulgebäude eine Pflichtaufgabe ist. Nicht eingeschlossen sind Mehrkosten, die sich daraus ergeben, dass die Schützenvereine von Marienheide und Gimborn die Turnhalle Jahnstraße als Festsaal nutzen wollen und der Sportverein den Fußballplatz gern mit Kunstrasen ausgestattet haben möchte. Deshalb müssen die Vereine Geld beisteuern, die Schützen 113.000 Euro, die SSV-Fußballer 100.000 Euro.
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22. April 2012,
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