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Spanien im Dauerjubel

Die „Supermacht des Weltsports“

Von Jörg Vogelsänger, 26.07.10, 22:46h

Der „Don Quijote“-Komplex ist endgültig abgelegt: Nach Fußball-WM-, Wimbledon- und Tour-Gewinn und einer Reihe weiterer Erfolge schwelgen Spaniens Sportfans in Euphorie. Der Aufschwung begann vermutlich vor 25 Jahren - als Barcelona den Olympia-Zuschlag erhielt.

Über den Wolken
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Der spanische König Juan Carlos (M.) posiert mit der Weltmeistermannschaft.
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Der spanische König Juan Carlos (M.) posiert mit der Weltmeistermannschaft.
MADRID - Wirtschaftlich ist Spanien im Keller - doch sportlich kommt das Land des Fußballweltmeisters aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: Für den jüngsten großen Triumph hat Alberto Contador gesorgt - es war bereits der fünfte spanische Sieg hintereinander. Im Sport erlebt Spanien somit den erfolgreichsten Juli seiner Geschichte. So auch am Sonntag: Contador gewann in Paris die Tour, Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso siegte in Hockenheim und Motorrad-Pilot Jorge Lorenzo triumphierte beim Grand Prix der USA im kalifornischen Laguna Seca.

„Die spanische Hymne ist der Sommerhit des Jahres“, befand ein Hörfunkkommentator. „Wir sind die Supermacht des Weltsports“, jubelt auch „Marca“, und die seriöse „El País“ spricht immerhin vom „Goldenen Zeitalter“.

"Generation der Champions"

Warum auch nicht? Anfang Juli gewann Tennisstar Rafael Nadal sein zweites Wimbledon-Turnier und Golfer Miguel Angel Jiménez die Open de France. Am 11. Juli wurde Europameister Spanien erstmals auch Fußballweltmeister. Spaniens Basketballer um NBA-Star Pau Gasol sind ebenfalls Europa- und Weltmeister, Clubs wie der FC Barcelona und Real Madrid zählen in gleich mehreren Sportarten zur Elite. „Kein anderes Land hat so etwas bisher geschafft“, sagt Sport-Staatssekretär Jaime Lissavetzky. „Dies sind keine Einzelfälle, wir können von einer ganzen Generation Champions sprechen.“

Abgesehen vom Talent der Sportler selbst sieht er das Erfolgsrezept darin, dass Spanien in den vergangenen 25 Jahren kräftig in die Förderung der Sportler und in Infrastrukturen investiert habe. Eingeleitet wurde der qualitative Sprung, als Spanien 1985 den Zuschlag zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona erhielt. Seither hat sich die Organisation auch auf Verbandsebene enorm verbessert.

Spaniens Sportler, die nicht selten mit dem tragischen Helden „Don Quijote“ verglichen wurden, haben ihre Komplexe abgelegt und fürchten keinen Rivalen mehr. Da im Sport einst unerreichbar scheinende Träume wahr geworden sind, fehlt Spanien nur noch eines, schrieb „El País“: „Ein Nobelpreis in Physik, Chemie oder Wirtschaft.“ (dpa)



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