Von Jörg Vogelsänger, 26.07.10, 22:46h
„Die spanische Hymne ist der Sommerhit des Jahres“, befand ein Hörfunkkommentator. „Wir sind die Supermacht des Weltsports“, jubelt auch „Marca“, und die seriöse „El País“ spricht immerhin vom „Goldenen Zeitalter“.
"Generation der Champions"Warum auch nicht? Anfang Juli gewann Tennisstar Rafael Nadal sein zweites Wimbledon-Turnier und Golfer Miguel Angel Jiménez die Open de France. Am 11. Juli wurde Europameister Spanien erstmals auch Fußballweltmeister. Spaniens Basketballer um NBA-Star Pau Gasol sind ebenfalls Europa- und Weltmeister, Clubs wie der FC Barcelona und Real Madrid zählen in gleich mehreren Sportarten zur Elite. „Kein anderes Land hat so etwas bisher geschafft“, sagt Sport-Staatssekretär Jaime Lissavetzky. „Dies sind keine Einzelfälle, wir können von einer ganzen Generation Champions sprechen.“
Abgesehen vom Talent der Sportler selbst sieht er das Erfolgsrezept darin, dass Spanien in den vergangenen 25 Jahren kräftig in die Förderung der Sportler und in Infrastrukturen investiert habe. Eingeleitet wurde der qualitative Sprung, als Spanien 1985 den Zuschlag zur Ausrichtung der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona erhielt. Seither hat sich die Organisation auch auf Verbandsebene enorm verbessert.
Spaniens Sportler, die nicht selten mit dem tragischen Helden „Don Quijote“ verglichen wurden, haben ihre Komplexe abgelegt und fürchten keinen Rivalen mehr. Da im Sport einst unerreichbar scheinende Träume wahr geworden sind, fehlt Spanien nur noch eines, schrieb „El País“: „Ein Nobelpreis in Physik, Chemie oder Wirtschaft.“ (dpa)
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