Von Jacqueline Rasch, 29.07.10, 07:03h
Innerhalb eines Jahres wurde im Rahmen der Grundsicherung mühsam am Hauptgebäude der Außenputz abgeschlagen, das Dach neu gedeckt und Fußboden eingezogen. Das alles auch mit Mitteln der Stadt als Eigentümerin, für deren Bewilligung Bürgermeister Bert Spilles dem Rat dankte. Die Verpflichtung der Eigentümerin sei eine Sache, „aber das Gebäude braucht eine Seele“, so Spilles. Und dies sei der Verein „Pro Obere Mühle“, der sich für den Erhalt des Industriedenkmals einsetzt und sie bekannt macht. Seit 2003 haben sich mehr als 2500 Interessierte die Mühle bei Führungen angeschaut.
„Wieder von oben nach unten“, sprich beim Dach beginnend, soll der dritte Bauabschnitt laut Spilles ablaufen. Funktionstüchtig soll dann auch das Innenleben der Mühle sein: „Für künftige Generationen wird es interessant, wenn sie sehen könne, wie die Mühlentechnik funktionierte.“
Von dieser Technik aus der vorigen Jahrhundertwende lebe die Mühle auch, pflichtete Sibylle Freifrau von Nordeck bei. Deshalb sollen Maschinen und Antriebstechnik wieder instand gesetzt werden, „damit die Mühle wieder klappern kann“.
Nötig sei jetzt ein Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Verein, um Drittmittel einwerben zu können, beispielsweise von der NRW-Stiftung. Nordeck: „Es kann nicht der Sinn der Sache sein, dass die Mühle nach der Grundsicherung wieder in einen Dornröschenschlaf fällt.“ Der Verein möchte Klarheit, „was außer Geldmangel einem Ausbau zur Besuchermühle entgegensteht“. Über ein Konzept müsse gesprochen werden. Der Verein plant auch - die Zustimmung der Gremien vorausgesetzt - eine Sponsorenaktion, eventuell mit Patenschaften über Maschinen.
Erschrocken sei er zunächst beim Anblick der Mühle gewesen, gab Gerhard Eichhorn, Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, unumwunden zu. Aber im ersten Stock, „da war der Bann gebrochen“. Inzwischen sei die Mühle „eines der Highlights der Förderprojekte, was das Innenleben anbelangt“. Die Mühle ist eines von 360 Förderprojekten der privaten Stiftung, die bisher bundesweit 420 Millionen Euro ausgeschüttet hat, 26,4 Millionen Euro davon in Nordrhein-Westfalen. Zum Abschluss des zweiten Bauabschnittes überreichte Eichhorn eine Bronzeplakette - und die nötigen Dübel gleich mit.
Mit der Kopie einer Urkunde aus dem Jahre 1630 nebst Übersetzung (siehe Kasten) wartete Meinolf Schleyer, Vorsitzender des Vereins „Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum“ auf, die in der späteren Ausstellung einen Ehrenplatz bekommen soll.
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