Erstellt 30.07.10, 07:03h
Bei der Brühler Arbeitsagentur waren Ende Juli 19 369 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis als arbeitssuchend registriert, 945 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,9 Prozent im Juni auf nun 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sehen die Zahlen aber günstiger aus. Vor einem Jahr waren noch 19 562 Menschen arbeitslos gemeldet (Quote: 8,4 Prozent).
„Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Juli entspricht dem Saisonverlauf“, erklärt die Leiterin der Arbeitsagentur Brühl, Roswitha Stock. Durch den Beginn der Sommerferien und Betriebsferien würden die Unternehmen weniger einstellen. Außerdem würden viele Ausbildungsverhältnisse in diesem Zeitraum enden. Wer von seinem Betrieb nicht übernommen wird, der melde sich nach bestandener Prüfung arbeitslos - oft allerdings nur vorübergehend.
Das spiegelt sich in den Zahlen wider. So macht sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Statistik am stärksten bei den Berufseinsteigern im Alter von unter 25 Jahren bemerkbar. Dort stieg die Arbeitslosigkeit um 428 Personen oder 23,3 Prozent. Im vergangenen Jahr fiel der Anstieg bei den unter 25-Jährigen etwas moderater aus und lag damals bei 412 Personen (19,9 Prozent).
„Viele junge Leute, die ihre Schulzeit abgeschlossen haben oder von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden, warten nun auf den Beginn ihrer Berufsausbildung, suchen noch nach einem Ausbildungsplatz oder einer neuen Stelle“, sagt Roswitha Stock von der Arbeitsagentur. Junge Fachkräfte seien in der Regel nach kurzer Zeit erfolgreich.
Mit einer stabilen Auftragslage würden die Unternehmen auch die Suche nach qualifizierten Fachkräften verstärken. Agenturchefin Stock appellierte an die Unternehmen vor dem Hintergrund des erwarteten Fachkräftemangels durch den demographischen Wandel die Ausbildungsbemühungen zu verstärken und dabei nicht auf den „Wunschbewerber“ zu warten. Viele vermeintlich schwache Bewerber würden sich später in der beruflichen Praxis bewähren.
Auf dem Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis bleibt die Lage angespannt. Ende Juli hatte die Arbeitsagentur noch 817 Bewerber, aber nur 425 unbesetzte Ausbildungsplätze in ihrer Kartei. (aen)
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