Von Margret Klose, 29.07.10, 20:08h
Einen völlig zerzausten und verängstigten Rauhaardackel fanden die Ordnungshüter etwa an der Autobahnraststelle Ville an der A 1. Er bekam zunächst in der „Tiere in Not-Station“ in Brühl Unterschlupf, bevor ihn wenige Wochen später beherzte Bürger mit nach Hause nahmen. Noch warten jedoch die etwa zehn Jahre alte Katze, die in einem Parkhaus in Frechen gefunden wurde, und die beiden Hunde, die die Polizei in der Nähe des Liblarer Sees fand, auf ein Zuhause. Entsprechend herrscht in der „Tiere in Not-Station“ von Monika Kemp zurzeit Hochbetrieb.
Doch nicht nur dort: Wie alle Jahre wieder stoßen auch die Tierheime insbesondere in der Urlaubszeit langsam wieder an die Grenzen ihrer Aufnahmekapazitäten.
Vor Beginn der Sommerferien verbuchte auch der Helenenhof in Hürth-Efferen einen massiven Anstieg an ausgesetzten Tieren, vornehmlich Hunde. Wie Tierpflegerin Kerstin Sonnenfeld mitteilte, habe sich die Situation allerdings inzwischen deutlich entspannt. Viele der ausgesetzten Tiere konnten bereits in gute Hände vermittelt werden.
Im Tierheim Bergheim sind fast alle Zwinger belegt. Dort hat die Vorsitzende Silvia Kemmerling die Beobachtung gemacht, dass zunehmend auch Kleintiere in der Ferienzeit einfach ausgesetzt werden. So fand man ganz in der Nähe erst vor ein paar Wochen einen ganzen Karton voller kleiner und großer Ratten. Auch Kaninchen, Katzenbabys und Schildkröten würden einfach in eine Pappkiste gepackt und sogar während der Öffnungszeiten vor dem Tierheim abgestellt.
Ein wahrer Star im Tierheim Bergheim ist zurzeit Roswitha, das Minischwein. Auch sie ist eine Ferienwaise, die in Bedburg vor zwei Wochen aufgesammelt wurde. „Wie kann man nur so herzlos sein und sein Tier einfach aussetzen?“, fragen sich nicht nur die Tierpfleger in den Tierheimen.
Auch Andrea Siepen ist fassungslos, wenn sie etwa von den Vierbeinern hört, die an Straßenschilder oder den Leitplanken an der Autobahn angebunden werden. Schließlich hat sie selber einen Hund und weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr einem so ein Wesen ans Herz wächst.
Doch auch sie fährt öfter auch ohne ihren Hund in Urlaub. Dann kommt Maxx in die Tierpension von Andreas Bär in Erftstadt-Gymnich. „Maxx macht dort Wellness-Urlaub, wenn wir unterwegs sind“, erzählt Andrea Siepen. Und Maxx ist bei weitem nicht der einzige Wellnessurlauber. „Alle 60 Hotelkörbchen sind belegt“, schmunzelt Andreas Bär.
Die Hundepension bietet Einzelzimmer aber auch Doppel- und Mehrkorbzimmer an. Zu jedem Zimmer gehört auch eine üppige Auslauffläche. Andreas Bär sorgt für seine vierbeinigen Gäste, als wären es seine eigenen Hunde. Jeden einzelnen Gast kennt er mit Namen und weiß auch, welche Besonderheiten ihn auszeichnen.
Auf Wunsch führt er sie am Nachmittag sogar an der Leine spazieren. Doch die meisten Hunde sind auch ohne den Gassigang völlig ausgelastet. Immerhin verfügt der Pension-Betreiber über eine Auslauffläche von rund 4500 Quadratmeter. Dort spielt und tummelt er mitunter sogar selber mit seinen Pensionsgästen herum.
Die Hunde ihrerseits vergöttern ihr Ersatzherrchen geradezu. „Sitz“, braucht er nur einmal zu sagen und die Vierbeiner setzen sich vor ihm hin. Auch Andreas Bär hat kein Verständnis für jene Tierhalter, die ihr Haustier zur Ferienzeit einfach aussetzen.
Allerdings sollte man sich um eine Ferienunterkunft für die Tiere rechtzeitig bemühen, denn schnell sind Hundepensionen wie die von Andreas Bär in der Hauptsaison ausgebucht.
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