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Firma Sarens

Kräne verschwinden von BoA-Baustelle

Von Manfred Funken, 30.07.10, 07:03h

Zwei Kräne und das 50 Meter lange und 200 Tonnen schwere Bauteil - das letzte Stück der Kohlebandbrücken zum Kesselhaus - sind bereits seit Tagen zwischen den beiden BoA-Blöcken positioniert. Am Donnerstag wurde das schwere Stahlteil montiert.

Kohlebandbrücken
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Präzisionsarbeit mit 200 Tonnen Stahl müssen die Kranführer bei der Vollendung der Kohlebandbrücken leisten. (Foto: Funken)
Kohlebandbrücken
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Präzisionsarbeit mit 200 Tonnen Stahl müssen die Kranführer bei der Vollendung der Kohlebandbrücken leisten. (Foto: Funken)
NEURATH - Der Chef der Aktion ist völlig entspannt. „Das ist für uns reine Routinearbeit“, sagt Wilfried Klix (56), Bauleiter der Firma Sarens. Die Belgier sind spezialisiert auf zentimetergenaues Arbeiten mit Kränen, die bis zu 600 Tonnen schwere Teile heben und in die richtige Position bringen können. Auf der BoA-Baustelle in Neurath war gestern zum letzten Mal solche Kunst gefragt. Nach dem letzten Hub werden die Kräne bald von der Baustelle verschwunden sein.

Zwei Kräne und das 50 Meter lange und 200 Tonnen schwere Bauteil - das letzte Stück der Kohlebandbrücken zum Kesselhaus - sind bereits seit Tagen zwischen den beiden BoA-Blöcken positioniert. Um 8 Uhr beginnt der Kraftakt. Zentimeter um Zentimeter wird die Stahlkonstruktion nach oben bugsiert. In rund 65 Metern Höhe warten die Monteure von Thyssen-Krupp. Sie stehen in ständigem Funkkontakt mit den beiden Kranführern am Boden. „Wir heben nur“, sagt Klix, „alles andere ist deren Sache.“

Dass die Kranführer Präzisionsarbeit leisten, ist für die Monteure von entscheidender Bedeutung. Für RWE-Baustellenleiter Manfred Hensel auch. Die besondere Schwierigkeit sieht er an diesem Morgen darin, dass das letzte Stück nicht nur einfach auf Stützen aufgelegt werden kann, sondern rund eineinhalb Meter in das Kesselhaus hineinreichen muss. Und viel Platz bietet die Öffnung nicht. Hensel brummt etwas von „700 Millimeter Spielraum“.

Klix ist weiter gelassen. Die Baustelle sei so windgeschützt, dass das größte Problem bei solchen Arbeiten schon mal bewältigt sei. Eine Herausforderung bei der Planung sei die Enge zwischen den beiden Kesselhäusern gewesen. Bis auf zwei, zweieinhalb Meter kommen die Kräne den Wänden nahe. Alles genau ausgezirkelt.

Irgendwann am Nachmittag sitzt das Teil und vollendet damit die insgesamt 200 Meter lange Strecke der Kohlebandbrücken, die vom Schlitzbunker - hier wird die Braunkohle von Zügen angeliefert - zu den Befeuerungsanlagen der Kessel führen.

Wenn nun die Kräne von der Baustelle verschwinden, wird sich das Bild des Kraftwerks grundlegend verändern. Von weitem werde man es nicht mehr als Baustelle wahrnehmen, sagt Hensel. Bis zu 30 Kräne waren zeitweise gleichzeitig auf dem Gelände. In Spitzenzeiten haben bis zu 4000 Menschen auf der Baustelle gearbeitet, zurzeit sind es noch 2800. Die Arbeiten verlagern sich in den nächsten Wochen und Monaten in die bereits fertigen Gebäude. Innenausbau ist angesagt.

„Die Arbeiten liegen

gut im Zeitplan“

Das angestrebte Ziel, im Sommer 2011 mit Block G ans Netz zu gehen, sei voraussichtlich gut zu erfüllen, sagt Hensel. „Wir liegen mit den noch anstehenden Arbeiten gut im Zeitplan.“ Der Kessel hat bereits Anfang Juni seine Druckprobe bestanden.

Block F, der eigentlich schon in diesem Jahr Strom liefern sollte, hinkt nach dem schweren Unfall im Jahr 2007, bei dem drei Menschen starben und sechs schwer verletzt worden waren, etwa vier Monate hinterher. Im Winter 2011 soll auch hier die Turbine laufen.



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