Erstellt 30.07.10, 07:01h
Außerdem wurden ebenso oft Inszenierungen des Hauses in der Kategorie „Herausragender Beitrag zur aktuellen Entwicklung des Schauspiels“ genannt. Drei Stimmen entfielen dabei auf Nicolas Stemanns Version des Jelinek-Stücks „Die Kontrakte des Kaufmanns“ (in Koproduktion mit dem Thalia-Theater), ebenso viele Experten votierten für Karin Beiers riskante (weil weitgehend stumme) Inszenierung „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ nach Ettore Scolas Film.
In den Begründungen wird insbesondere das Kölner Konzept gelobt, eben keine beherrschende ästhetische Handschrift vorzugeben, sondern eine Vielfalt an Formen zuzulassen. Auch die thematische Offenheit des Hauses gefällt den Rezensenten, denn immerhin wird das Publikum hier mit Themen wie Finanzkrise oder bildungsfernem Prekariat konfrontiert.
Während das Kölner Sprechtheater in dieser Umfrage renommierte Konkurrenten wie das Hamburger Thalia-Theater, die Münchner Kammerspiele oder die Berliner Schaubühne aussticht, wird die Domstadt in der Kategorie „Oper“ nur für eine künstlerische Einzelleistung gerühmt: „die jazzige Uraufführung von Ingfried Hoffmanns ,Vom Fischer und seiner Frau an der Kinderoper“. Ansonsten triumphiert beim Musiktheater Frankfurt, der Bonner Oper wird immerhin von einem der 50 Kritiker die beste Gesamtleistung der Saison sowie ein überragendes Bühnenbild für „Buch Asche“ attestiert.
Karin Beier, die gerade erst bis mindestens 2013 / 14 in Köln verlängert hat, erklärte: „Natürlich freuen wir uns mächtig und sind richtig stolz auf diesen Erfolg. Zumal gerade in der letzten Saison so viele Theater mit neuer Leitung gestartet sind, dass wir eher befürchtet hatten, ein wenig unter ,ferner liefen bewertet zu werden.“ Die Intendantin sieht die geballte Wertschätzung auch als Ansporn fürs ganze Haus vor dem 2011 / 12 bevorstehenden Umzug ins Übergangsquartier: „So wissen die Mitarbeiter, wofür man die Anstrengungen der Interimszeit in Kauf nimmt.“ (Wi.)
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22. April 2012,
E-Werk Köln