Erstellt 30.07.10, 07:06h
Treffen im Paradies
Du stehst morgens auf, und du weißt nie, wen du triffst. Du siehst die Menschen zum ersten Mal, sprichst sie an - und sie lassen dich ein paar Minuten an ihrem Leben teilnehmen. Ich hatte manchmal sogar das Gefühl, die Begegnungen waren vorherbestimmt. Wir wollten zum Beispiel „Im Paradies“ in Lindlar aufhören, doch dann kam Herr Bischoff aus seinem Haus und hat uns erklärt, warum das Paradies Paradies heißt.
Klaus Daub, Fotograf
Das Eichhörnchen
Die Begegnung mit einem Eichhörnchen zeigte mir, dass an der Dhünn doch Tiere leben - obwohl ich sonst quasi nie welche sehe. Echt beeindruckt hat mich die liebevolle Geduld, mit der Oma Ottilie ihren Enkel Noah auf dem Bechener Esel reiten ließ.
Bernd F. Hoffmann
Magischer Regen
Normalerweise würde ich keine 20 Kilometer radeln, wenn es wie aus Kübeln schüttet. Hat es aber bei unserer Etappe - was soll man machen? Verrückt, aber wahr: Wenn du völlig durchweicht bist, wirst du ein Teil dieses Universums aus Wasser, das überall um dich ist. Am intensivsten habe ich das an der Dhünntalsperre gespürt, die mit der diesigen Regenluft verschmolzen ist. Ein magischer Moment!
Birgit Eckes
Gelassen im Grenzland
Die Sommertour hat gezeigt: Auch wenn man eine Route selbst ausbaldowert, sind die Überraschungen immer wieder faszinierend. Besonders heilsam fand ich es, das Leben mal aus der Perspektive der Menschen auf den Außenposten wahrzunehmen. Von der Gelassenheit, Kreativität und Zufriedenheit, mit der etwa die Großfamilie Keienburg in einem einsamen Tal hinter Kürten lebt, konnte ich eine ganze Menge lernen.
Guido Wagner
Redaktionsleiter
Wie ein Tourist
Warum kommen so viele Touristen aus der Großstadt ins Bergische? Die Frage beantwortet sich, wenn man sich mal die Zeit nimmt, abseits der oft überlasteten Hauptverkehrsstraßen zu fahren. Auf kleinen Rad- und Wanderwegen zu radeln ist klasse, vor allem, wenn es weder zu heiß noch zu nass ist. Man sieht mehr als zu Fuß, ist aber trotzdem mitten in der Natur.
Stephan Brockmeier
Bergisch pur
Wer kennt schon Furth, das Dorf am Ende der Kürtener Welt? Oder Kaas und Kulhoven? Die Fahrt auf dem Rad weitet den Blick und zeigt einen Rheinisch-Bergischen Kreis, der so idyllisch, so romantisch und so natürlich ist. Ganz anders als die verstädterten Dörfer an den Landstraßen. Die Begegnungen mit den Menschen sind zufällig, und genau das macht den Charme aus. Nichts ist „vorbestellt“ oder abgesprochen. Alles ist bergisch pur.
Claus Boelen-Theile
Steile Berge
Im TV sieht Radfahren am Berg so leicht aus - und in der Stadt sind die Steigungen mit meinem (ganz normalen) Rad auch kein Problem. Wie steil es aber im Bergischen zugehen kann, das habe ich auf dieser Tour gelernt. Eben: Wer sein Rad liebt, schiebt. Und ich weiß jetzt auch, wie gefährlich es ist, sich auf einer Abfahrt zu unterhalten. Die „Andenken“ schillern noch violett . . .
Thomas Franke
Hurra, ich kann's noch!
Nach ein paar Jahren bin ich endlich mal wieder Rad gefahren. Dass ich es noch konnte, war die erste positive Erfahrung. Dass ich nach 18 Kilometern Strampeln keinen Muskelkater hatte, die zweite. Es hat sich gelohnt für die lauschigen Winkel, idyllischen Ecken: Eine Perlenkette von verwunschenen und verträumten Dorflagen. Und immer Erstaunen über das dichte grüne Band, das sich zwischen Gladbach und Köln windet. Schön hier bei uns.
Gisbert Franken
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