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Badeseen im Kreis (1)

Wer Ruhe sucht, kommt immer gern her

Von Wolfgang Mrziglod, 31.07.10, 07:03h

In loser Folge stellt die Rundschau die Badeseen im Rhein-Erft-Kreis vor. Mit dem Freibad und Campingplatz am Heider Bergsee beginnt die Serie. Der Brühler Baggersee ist besonders bei Familien beliebt; auch Camper finden hier ihren Platz.

Heider Bergsee
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Der aus einer Kohlegrube in den sechziger Jahren entstandene Bade- und Freizeitsee bei Brühl-Heide ist bei Familien und Campern gleich beliebt. Ein Rundweg lädt auch zum Wandern oder Radfahren ein. (Bild: Mrziglod)
Heider Bergsee
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Der aus einer Kohlegrube in den sechziger Jahren entstandene Bade- und Freizeitsee bei Brühl-Heide ist bei Familien und Campern gleich beliebt. Ein Rundweg lädt auch zum Wandern oder Radfahren ein. (Bild: Mrziglod)
Heider Bergsee Camping
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Der 71-jährige Klaus Teske ist seit Jahren zu Gast auf dem Campingplatz am Heider Bergsee. (Bild: Rosenbaum)
Heider Bergsee Camping
Brühl - „Wir kommen gern hierher, weil es sehr ruhig und familiär zugeht“, erzählen die beiden jungen Mütter, die von der Liegewiese des Strandbades am Heider Bergsee aus ihre Kinder im Auge behalten. Die Pänz spielen am Wasserrand im Sand mit Schippe und Eimer, sie bauen Burgen und Kanäle. „Außerdem gibt es hier viele große Bäume, die bei dem Wetter Schatten spenden“, so eine der Mütter weiter.

Tatsächlich gruppieren sich die Badegäste am Heider Bergsee nahezu alle um die Bäume herum und suchen bei der gleißenden Mittagssonne den Schatten der Bäume auf der Liegewiese. Das Wasser des Sees ist vor allem im recht flachen Uferbereich warm, es bringt derzeit kaum Abkühlung. Im Wasser wird geschwommen, gespielt oder mit dem Schlauchboot herumgefahren, denn das ist hier ausdrücklich erlaubt, wie der Betreiber des Bades, Andreas Schirmer, bestätigt.

Der Heider Bergsee mit rund 26 Hektar Fläche ist, wie viele der Ville-Seen auf der Landkarte des Rhein-Erft-Kreises, ein Überbleibsel aus den Zeiten des Braunkohleabbaus im südlichen rheinischen Braunkohlereviers in Nordrhein-Westfalen. Hier wurde vom 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts die dicht unter der Erde liegende Kohle abgebaut, danach wurde das Revier kultiviert und es entstand die Ville-Seen-Platte mit vielen kleinen und größeren Seen. Nur wenige von ihnen sind allerdings zum Baden und für den Wassersport freigegeben.

1967 wurde das Freibad geschaffen, ein Jahr später kam dann der Campingplatz, der direkt an das Bad anschließt, hinzu. Seit 1989 werden sowohl das Bad als auch der Campingplatz von der Familie Schirmer bewirtschaftet. Heute ist mit Andreas Schirmer bereits die zweite Generation im Geschäft: „Ich bin damit aufgewachsen, ich habe oft meinen Vater vertreten und 2003 den Betrieb übernommen.“

Ein Familienbad mit Sand und Schatten

Als ein ruhiges Familienbad sieht auch der Betreiber seine Anlage. „Sie ist ideal für kleinere Kinder, zumal das Wasser am Ufer recht flach ist.“ Das Gelände bietet Platz für Spiele, auch ein Kinderspielplatz mit Klettergerüsten ist vorhanden. Sind in der Woche eigene Bademeister für die Sicherheit zuständig, so bekommt Andreas Schirmer an Wochenenden Unterstützung durch die benachbarte Station der DLRG.

Konkurrenz durch die beiden benachbarten Seen, Bleibtreusee und Liblarer See, sieht Schirmer nicht: „Wir sind Mitbewerber, haben zum Teil auch unterschiedliche Klientelgruppen. Familien mit Kindern und diejenigen, die Ruhe suchen, kommen zu uns.“ Stolz verweist er auf einen hohen Anteil von Stammkunden unter den Badegästen.

Modern und sauber sind die Sanitäranlagen, die zwischen Bad und Campingplatz liegen. Für den kleinen und großen Hunger gibt's im Eingangsbereich einen Kiosk und das Restaurant „Seeklause“, das eine umfangreiche Speisenkarte vorhält. „Die Renner sind neben Currywurst mit Fritten oder Pizza vor allem unsere Gerichte mit Bratkartoffeln und Sülze oder Leberkäse als Beilage“, erzählt die freundliche Bedienung, die an diesem Tag aber mehr von der Salatkarte auf die Terrasse hinausträgt als warme Gerichte.

Auf dem Campingplatz hat Schirmer Raum für 175 Dauercamper und 50 Kurzurlauber. Zelte seht man immer weniger, das Gros der Mieter kommt mit dem Wohnanhänger oder dem Wohnmobil. Der Platz wird auch im Winter bewirtschaftet, Schirmer hat einige Mieter, die das ganze Jahr über am Heider Bergsee wohnen oder den Platz bereits in der dritten Generation nutzen.

Zu ihnen gehört der 71-jährige Klaus Teske allerdings nicht. Er hat hier seit 1976 seinen Wohnanhänger stehen, den er alljährlich in der Zeit zwischen März und Oktober mit seiner Frau nutzt. Allerdings gibt es im Frühjahr stets eine Pause, dann geht es für mehrere Wochen mit Auto und Anhänger an die spanische Mittelmeerküste.

Im Wohnwagen fühlt er sich zu Hause

„Das geht schnell, wir kuppeln den Wagen vom Vordach ab und ziehen den Hänger raus“, erzählt Teske. Etwas sehnsüchtig schaut er auf die Vergangenheit: „Früher war es hier doch irgendwie menschlicher, man kam sich näher, es war familiärer und es wurde zusammen gefeiert.“ Aber die Zeiten haben sich geändert und die Entfremdung der Nachbarn ist, wie in Mietshäusern, auch hier auf dem Campingplatz zu finden.

Teske, der seine Wohnung in Leverkusen hat, ist dennoch gern in Heide. „Ich kann hier laufen und Radfahren. So lange wir uns das noch leisten können, bleiben wir hier. Und wenn ich im See schwimmen gehe und mich umschaue, dann ist das ein herrliches Gefühl.“ Zum Spazierengehen oder Radfahren lädt ein etwa 5,4 Kilometer langer, gut ausgebauter Rundweg ein, der auf der gegenüberliegenden Seite des Sees auch an den Vereinshäusern des Segelklubs und der Wassersport- sowie der Faltbootfreunde vorbeiführt. Wer nur den Rundkurs nutzen möchte, findet auch auf dieser Seite einen großen Parkplatz in Seenähe.



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