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Jugendbande vor Gericht

In Euskirchen Angst verbreitet?

Von Ulrike Schödel, 05.08.10, 07:00h

Fast zwei Jahre lang soll sie ihr Unwesen in der Euskirchener Innenstadt getrieben haben: eine Jugendbande, der rund 100 Mitglieder angehören sollen. Fünf junge Männer müssen sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Bonn verantworten.

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Gericht. (Symbolbild: dpa)
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Gericht. (Symbolbild: dpa)
EUSKIRCHEN - Fast zwei Jahre lang soll sie ihr Unwesen in der Euskirchener Innenstadt getrieben haben: eine Jugendbande, der rund 100 Mitglieder angehören sollen. Fünf junge Männer müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Bonn verantworten. Die Angeklagten im Alter zwischen 17 und 21 Jahren sollen laut Anklage „die Führungsriege“ gewesen sein. Ihnen werden unter anderem schwere Straftaten vorgeworfen. Sie sind angeklagt wegen räuberischer Erpressung, Raub, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Diebstahl. 14 Vorfälle werden aktuell vor Gericht behandelt. Laut Staatsanwalt ist dies aber womöglich nur die „Spitze eines Eisbergs“, denn es werde in 60 möglichen Straftaten ermittelt.

Zwischen Sommer 2009 und Februar 2010 sollen die Beschuldigten auf Beutezüge gegangen sein. Laut Anklage sollen sie Passanten bedroht, Geld und Handys geraubt und dabei Angst und Schrecken verbreitet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätten sich Kinder und Jugendliche zuweilen nicht mehr ohne ihre Eltern auf die Straßen getraut. Erst als im Frühjahr zahlreiche Mitglieder dieser Bande verhaftet worden seien, sei wieder Ruhe eingekehrt. Gestern legten die fünf jungen Männer Geständnisse ab - allerdings „ohne den Mut, die ganze Wahrheit“ zu sagen, wie der Vorsitzende Richter betonte. Die so genannte Handy-Abzocke habe an erster Stelle gestanden, erklärte ein Angeklagter. Es sei „die schnellste Methode“ gewesen, an Geld zu kommen.

Das Geld, so die Angeklagten, hätten sie in Spielautomaten geworfen oder für Zigaretten und Haschisch ausgegeben. Die Überfälle seien nach Beschreibung der Angeklagten immer nach dem selben Muster abgelaufen: Die Bande sei in wechselnden Besetzungen losgezogen, habe sich ein Opfer gesucht, das umzingelt worden sei. Einer aus der Gruppe habe den „Obermacker“ gespielt: „Gib mal dein Handy, ich muss telefonieren.“ Das Telefon habe er genommen und gleich weitergegeben.

Auch vor einem behinderten Jungen hätten sie nicht Halt gemacht, bestätigten die Angeklagten den Vorwurf der Staatsanwaltschaft. „Plötzlich sagte einer: ,Wir ziehen dich ab - natürlich nur zum Spaß.“ Doch weil der Junge Angst bekommen habe, habe man, so die Angeklagten, ernstgemacht.

Der Junge sei mit Messer und Schraubenzieher bedroht worden und seiner Playstation mit acht Spielen im Gesamtwert von 800 Euro beraubt worden. Der Prozess wird fortgesetzt.



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