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ADAC-Tunneltest 2010

NRW-Tunnel Birth ist „bedenklich“

Erstellt 29.07.10, 14:33h, aktualisiert 29.07.10, 17:42h

Erstmals hat der ADAC beim Tunneltest 2010 meist hervorragende Noten vergeben. Dennoch ist auch ein deutscher Tunnel glatt durchgefallen - der Tunnel Birth auf der A44 bei Velbert in Nordrhein-Westfalen. Er wurde mit der Gesamtnote „bedenklich“ beanstandet.

Birth-Tunnel
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Der Birth-Tunnel auf der A44 nahe Velbert geht als einer der großen Verlierer aus dem Test heraus. Er ist finster und hat keine Videoüberwachung. Hier muss unbedingt nachgebessert werden. (Bild: dpa)
Birth-Tunnel
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Der Birth-Tunnel auf der A44 nahe Velbert geht als einer der großen Verlierer aus dem Test heraus. Er ist finster und hat keine Videoüberwachung. Hier muss unbedingt nachgebessert werden. (Bild: dpa)
In 13 europäischen Ländern wurden insgesamt 26 Straßentunnels geprüft. 16 davon - und somit mehr als jeder zweite - wurden als „sehr gut“ bewertet. „Die Tunnels werden sicherer, dieser Trend setzt sich fort“, sagt Testleiter Nicolas Adunka.

Vier unterirdische Röhren wurden mit „gut“ bewertet, zwei weitere erhielten ein „ausreichend“. Trotzdem gibt es weiterhin Sorgenkinder mit zum Teil gravierenden Sicherheitsmängeln. Neben dem Tunnel Birth fielen auch drei Problemröhren im Ausland glatt durch.

Beleuchtung, Lüftung, Überwachung schlecht

Die Hauptkritik am 25 Jahre alten Tunnel Birth: schlechte Beleuchtung, unzureichende Lüftung, keine Videoüberwachung im Tunnel und keine Kennzeichnung von Fluchtwegen. Für diesen Tunnel sei bereits eine Nachrüstung vorgesehen, aber nicht vor 2012, sagte Adunka.

Die beiden anderen in Deutschland geprüften Tunnels wurden dagegen mit „sehr gut“ bewertet. Dabei handelt es sich um den Lohberg-Tunnel bei Darmstadt in Hessen und den Richard-Strauss-Tunnel am Mittleren Ring in München.

Richard-Strauss-Tunnel ist hochmodern

Der zweiröhrige Richard-Strauss-Tunnel mit einem extrem hohen Verkehrsaufkommen von 90.000 Fahrzeugen am Tag sei erst 2009 in Betrieb gegangen und verfüge dementsprechend über modernste Technik, sagte Adunka. Der Lohberg-Tunnel sei ein Beispiel dafür, dass auch ein einröhriger Tunnel gut abschneiden könne. Vorbildlich sei dort etwa der separate Fluchtstollen, in dem sich Autofahrer im Brandfall in Sicherheit bringen oder Rettungskräfte anrücken könnten

Testsieger wurde der neu eröffnete Duplex-Tunnel auf der A86 bei Paris. Dieser Tunnel habe Vorbildcharakter in puncto Sicherheit, lobte der ADAC. Bei den vielen guten Bewertungen des Tests spiele natürlich auch eine Rolle, dass dieses Mal vor allem neuere oder sanierte Tunnels geprüft worden seien. Bei dem alljährlich vorgenommenen Test arbeitet der ADAC mit anderen Autoclubs in Europa zusammen. Es handelt sich dabei aber nur um eine Stichprobe, nicht um eine repräsentative Untersuchung.

Hvalfjörour-Tunnel ist der Verlierer

Testverlierer war der erst zwölf Jahre alte Hvalfjörour-Tunnel in Island nördlich von Reykjavik - er erhielt mit „mangelhaft“ die schlechteste Gesamtnote. Diese Röhre bleibe bei der Sicherheit deutlich hinter den europäischen Mindeststandards zurück und sei dringend sanierungsbedürftig, kritisierte der ADAC.

Der Autoclub fordert, dass die EU-Richtlinie zur Tunnelnachrüstung bis 2014 konsequent umgesetzt wird. Die Richtlinie war eine Reaktion auf mehrere Brandkatastrophen - so starben 1999 im Montblanc-Tunnel 39 Menschen, im gleichen Jahr kamen im Tauerntunnel 12 Menschen ums Leben.

Tunneltest des ADAC: dpaq.de/OoVdj

Im Tunnel defensiv fahren

„Wer sich strikt an Tempolimits hält und viel Abstand zum Vorausfahrenden wahrt, senkt das Unfallrisiko schon deutlich“, sagte Nicolas Adunka vom ADAC. Auf freier Strecke sollte der Sicherheitsabstand den halben Tachowert in Metern nicht unterschreiten - bei Tempo 100 gilt es folglich, mindestens 50 Meter Platz zum nächsten Auto lassen.

Fehlverhalten für zu Unfällen

„Niemals zurücksetzen oder wenden - auch nicht bei Staus oder Streckensperrungen“, sagt der Experte. Durch dieses Fehlverhalten komme es besonders oft zu Unfällen, weil andere Verkehrsteilnehmer mit solchen Manövern nicht rechnen. Und an der Tunneleinfahrt nicht vergessen: „Abblendlicht einschalten und die Sonnenbrille absetzen“, so Adunka.

Kommt es in einer Röhre zu einem Unfall, sind eine ausreichende Beleuchtung, Überwachungskameras und auch Notfalltelefone unter Umständen überlebenswichtig, betont Adunka. „Falls vorhanden, unbedingt die Tunnel-Notrufsysteme und nicht das eigene Handy nutzen, um Hilfe zu organisieren“, rät er. Die Systeme übermitteln automatisch wichtige Daten an die Retter, wie den genauen Standort des Hilfesuchenden.

Sofort Warnblinker einschalten

Wer im Tunnel eine Panne hat, sollte sofort den Warnblinker einschalten und sein Fahrzeug möglichst weit neben dem rechten Fahrbahnrand abstellen - „am besten in einer Nothaltebucht“, empfiehlt Adunka. Das gilt auch nach Unfällen. Um unnötige Abgasentwicklung zu vermeiden, den Motor abstellen. Und beim Verlassen des Wagens den Verkehr genau im Auge behalten, um nicht überfahren zu werden oder Folgeunfälle auszulösen. „Anschließend ist es wichtig, zügig Hilfe zu rufen und an einer möglichst sicheren Stelle zu abzuwarten“, so der ADAC-Experte. (dpa)



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