Erstellt 12.08.10, 07:09h
„Für Familien, die von Hartz IV leben müssen, ist das heftig“, weiß Kräuter. Deshalb sitzt sie im evangelischen Gemeindehaus, vor sich einen Tisch, auf dem sich die Schulsachen häufen. Alles wird verschenkt. Initiiert hat die Aktion der Derschlager Diakonieausschuss, der sich das Ziel gesetzt hat, etwas gegen die Kinderarmut zu tun. Das Geld für die Produkte aus dem Weltladen und einem Schreibwarengeschäft zahlt der Ausschuss.
Im vergangenen Jahr startete die Aktion, rund zehn Familien nutzten das Angebot. Dieses Jahr gibt es 40 I-Dötzchen in Derschlag, sechs Familien holten sich die Erstausstattung. „Die Kinder empfinden das gar nicht als schlimm. Sie freuen sich über die Geschenke für den ersten Schultag“, hat Kräuter die Erfahrung gemacht. Eher sind es die Eltern, die ihren Stolz hintanstellen müssen. Eine Mutter wollte Kräuter zehn Euro geben. Die Pfarrerin bat sie, stattdessen dem Sohn Süßigkeiten für die Schultüte zu kaufen. Ob alle Familien zur Gemeinde gehören, prüft sie nicht. Ihr gehts um die Kinder. Ebenso wenig lässt sie sich Bescheinigungen zeigen. „Ich vertraue den Eltern.“
100 Euro pro Kind bekommen bedürftige Familien seit 2009 zusätzlich pro Jahr für Schulsachen. Seit klar wurde, dass der Satz von 215 Euro für Kinder bis 6 Jahren und 251 Euro für Kinder bis 14 Jahren äußerst knapp ist. Am 1. August wurde der Betrag ausgezahlt. Frank Bansen, Geschäftsführer der Gummersbacher Arge, gibt zu, dass Eltern auch mit diesem Betrag scharf kalkulieren müssen. „Es ist machbar, aber es ist sehr schwierig.“ (kho)
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22. April 2012,
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