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Abwasser

Alle Kanäle müssen dicht sein

Von Markus Michalak, 14.08.10, 07:09h

Der 31. Dezember 2015 ist für viele Hausbesitzer ein wichtiges Datum: Spätestens bis zu diesem Termin müssen laut Landeswassergesetz alle Hausbesitzer ein Gutachten vorlegen, das die Dichtheit ihrer privaten Abwasserleitungen bestätigt.

TV-Kamera Abwasser
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Eine TV-Kamera kann Aufschluss über den Zustand des Kanals liefern. Bis 2015 müssen Hausbesitzer die Dichtheit ihrer Abwasserkanäle nachweisen. Im Bild ein System der Firma Optimess. (Foto: dpa)
TV-Kamera Abwasser
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Eine TV-Kamera kann Aufschluss über den Zustand des Kanals liefern. Bis 2015 müssen Hausbesitzer die Dichtheit ihrer Abwasserkanäle nachweisen. Im Bild ein System der Firma Optimess. (Foto: dpa)
OBERBERG - Diese Dichtheit muss alle 20 Jahre aufs Neue bescheinigt werden. Der Aufwand für die Prüfung selbst ist überschaubar, aber eine mögliche Sanierung kann rasch mit mehreren tausend Euro zu Buche schlagen.

Die oberbergischen Kommunen reagieren auf die Vorschrift unterschiedlich. Wer genau wissen will, ob die günstigere Prüfung per TV-Kamera möglich oder die aufwändigere Druckprüfung mittels Luft oder Wasser erforderlich ist, wendet sich am besten direkt an den Ansprechpartner seines Wohnorts (siehe Kasten). Hier können Hausbesitzer auch erfahren, ob sie eventuell in einem Gebiet wohnen, für das noch Fördermittel beantragt werden können.

Informationen

Uwe Binner, Sprecher der Stadt Bergneustadt, sieht noch erheblichen Informationsbedarf bei den Bürgern: „Wir denken jetzt darüber nach, alle Haushalte mit einer Broschüre aufzuklären.“ Die Stadtwerke Gummersbach haben eine solche Broschüre bereits an alle Haushalte verschickt und sie bieten auf ihrer Homepage Informationen sowie zahlreiche Links zum Thema an. Bei Sanierungsbedarf raten die Stadtwerke-Experten Michael Kresin und Eckhard Priebe: „Es empfiehlt sich, mit Nachbarn eine Gemeinschaft zu bilden, um die Kosten gering zu halten.“

Wichtig ist, dass die Arbeiten von einem zertifizierten Betrieb durchgeführt werden. Der Oberbergische Kreis hat eine Liste solcher Anbieter aus der Region auf seine Homepage gestellt.

Die Gemeinde Marienheide bietet auf ihrem Auftritt im Internet einen Informationsfilm an, der die Problematik erläutert und die verschiedenen Verfahren zu Dichtheitsprüfung und Kanalsanierung zeigt.

Die Frage, was ein Hausbesitzer aktuell tun soll, wird laut Stadtsprecher Binner selbst von den Experten derzeit noch völlig unterschiedlich beantwortet: „Bis 2015 ist ja auch noch Zeit. Und vielleicht finden wir in Bergneustadt auch noch einen Weg, die Frist bis 2020 zu verlängern.“

Kollege Siegfried Frank aus Gummersbach sieht dennoch gute Gründe, die Prüfung bald durchführen zu lassen: „Die Preise könnten in die Höhe schnellen, wenn viele Bürger erst gegen Fristende prüfen lassen.“ Außerdem bleibe bei einer frühen Prüfung auch noch Zeit, die Finanzierung einer möglichen Sanierung zu klären.

Auch Siegmar Ringsdorf von der Gemeinde Marienheide rät dazu, die Dichtheitsprüfung möglichst bald durchführen zu lassen: „Es liegt ja auch im Interesse des Hausbesitzers, dass seine Leitungen dicht sind.“ Er schlägt zum Ablauf vor: Zunächst sollte der Kanal gründlich gereinigt werden und dann per TV-Kamera eine erste Inspektion erfolgen. Wenn es hier bereits gravierende Probleme gibt, sollten diese vor der abschließenden Dichtheitsprüfung fachmännisch behoben werden. Und im letzten Schritt erfolgt dann die Druckprüfung.

Fördermöglichkeiten

Für Hausbesitzer, die noch auf Fördermöglichkeiten bei der Kanalsanierung hoffen, wird die Zeit knapp: Das Förderprogramm „Abwasser NRW“ unterstützt auch private Sanierungen, aber nur dann, wenn sie im Rahmen einer kommunalen Sanierung in einem Gebiet mit hohem Fremdwassereintrag ins Kanalnetz stattfinden. Diese Förderung muss bis Ende 2011 bewilligt sein. Nähere Auskünfte erteilen auch hier die Kommunen.

In Marienheide gibt es derzeit drei solcher Fremdwasser-Verdachtsgebiete, in denen die Anwohner Aussicht auf Fördermittel haben. Auch in Bergneustadt sind vorrangige Sanierungsbereiche im oberen Othetal und auch in Wiedenest rund um die Bibelschule ausgewiesen.

„Diesen Weg werden wir auch weiter gehen. Vielleicht sogar im gesamten Stadtgebiet. Wo immer wir direkten Handlungsbedarf sehen, stimmen wir unser gemeinsames Vorgehen aber eng mit den Anwohnern ab“, versichert Stadtverwaltungssprecher Uwe Binner.



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