Erstellt 19.08.10, 07:00h
Die Kaller Politik beschloss jüngst, einmal grundsätzlich die von der Gemeinde verwalteten Friedhöfe in Dottel, Golbach, Keldenich, Krekel, Rinnen, Scheven, Sistig, Steinfeld und Kall unter die Lupe zu nehmen. Jetzt haben die Kaller Grünen einen Antrag für den Umweltausschuss am 14. September eingebracht, wonach geprüft werden soll, ob sich nicht so genannte Überhangflächen, also Flächen, die aufgrund der sich ändernden Bestattungsweisen nicht genutzt werden, verpachten lassen. Die erzielten Pachteinnahmen könnten zur Minimierung der Friedhofsgebühren eingesetzt werden, argumentieren die Kaller Grünen. Sie verweisen auf eine Broschüre des Vereins Aeternitas mit Sitz in Königswinter, in der Beispiele für Folgenutzungen von Friedhofsüberhangflächen gegeben werden.
Danach könnten Überhangflächen in öffentliche Grünflächen überführt werden. Es könnten Kleingärten auf dem brachliegenden Friedhofsgelände angelegt oder Sport- und Freizeitanlagen - etwa ein Schwimmbad - gebaut werden.
Eine Nutzung als Zuchtfläche für Baumschul- oder Weihnachtsbaum-Kulturen wird ebenfalls angeregt. Aeternitas hält im übrigen auch die Anlage von Tierfriedhöfen für machbar. Eine weitere Möglichkeit seien Versorgungsstationen für Wohnmobile oder Fotovoltaik-Anlagen.
Wie groß die Flächen sind, die für Alternativnutzungen in Frage kommen könnten, wissen die Kaller Grünen aber auch nicht. Das müsse halt die Gemeinde ermitteln, so Ekkehard Fiebrich von den Kaller Grünen.
Edmund Stoff, Allgemeiner Vertreter des Kaller Bürgermeisters, sagte: „Ich gehe davon aus, dass wir eigentlich überhaupt keine nutzbaren Überhangflächen haben.“ Weil rund 20 Prozent der Friedhofsflächen Grünflächen seien, belaste man den Gebührenzahler derzeit auch nur mit 80 Prozent der Kosten. Die Vorschläge von Aeternitas bezögen sich eher auf Friedhöfe, in denen große Flächen nicht mehr genutzt würden. (pe)
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