Von Ronald Larmann und Klaus Pesch, 20.08.10, 07:00h
Da der Klapperstorch bekanntlich auch für Nachwuchs sorgt, steht möglicherweise ein Babyboom bevor: Jüngst wurden Störche auf Blankenheimer Dächern gesichtet, jetzt ließen sich gleich 50 Exemplare auf einem Feld bei Schwerfen nieder. „Die fressen mir die ganzen Würmer aus dem Boden“, sagt ein Landwirt, der bei seiner Arbeit von den Vögeln aufmerksam beobachtet wird. Dabei scheinen die Tiere vor dem Traktor, der lautstark seine Runden zieht und den Boden bearbeitet, keine Angst zu haben.
Tiere fliehen vor Menschen
Offenbar wissen sie, dass die Maschine für sie Insekten aus dem Boden befördert. Den Anblick von Menschen schätzen die scheuen Tiere allerdings nicht.
Laut Biologischer Station Düren haben sich die Weißstorch-Bestände in den letzten Jahren etwas stabilisiert, nachdem sie in Europa immer stärker zurückgegangen waren. Grund dafür war die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung in den Börden. Die Tiere ernähren sich von Mäusen, großen Insekten, Regenwürmern, Amphibien und Reptilien. Die finden sich auf Grünland mit Tümpeln, Bächen und Weihern, von denen es immer weniger gibt.
Einst war der Weißstorch überall in Deutschland verbreitet, er ist aber schon seit Jahrzehnten als Brutvogel aus der Niederrheinischen Bucht verschwunden. Die Zugvögel fliegen jedes Jahr Tausende von Kilometern, um südlich der Sahara zu überwintern.
Mittlerweile sind auch sechs Störche im Freilichtmuseum Kommern heimisch geworden. Wie Dr. Michael Faber berichtet, seien derzeit noch zwei Tiere auf dem Museumsgelände. „Die anderen vier sind unterwegs, möglicherweise in Richtung Afrika“, vermutet Dr. Faber. Dann dürften sie auch in einigen Monaten wieder auftauchen, wie sie das bereits vorher getan haben.
Laut Dieter Pasch von der Biologischen Station des Kreises Euskirchen in Nettersheim gab es in diesem Jahr bislang noch keine weiteren Storch-Sichtungen. „Ansonsten haben wir es hier auch eher mit Schwarzstörchen zu tun“, berichtet er. Die seien wesentlich scheuer als Weißstörche und in den Tal-Auen des südlichen Kreises Euskirchen häufiger zu sehen.
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