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Meisterköche

Sturm der Feinschmecker

Von Birgit Eckes, 30.08.10, 07:06h, aktualisiert 30.08.10, 17:48h

16 Köche und 800 Gäste waren beim Festival der Meisterköche in Bensberg. Um Stars wie Wissler und Nils Henkel bilden sich in Windeseile lange Schlangen. Auch die politische Spitze von Rhein-Berg ist angetreten.

Festival der Meisterköche
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Mit 800 Gästen ausverkauft war auch in diesem Jahr das Festival der Meisterköche im Grandhotel Schloss Bensberg. (Bild: Luhr)
Festival der Meisterköche
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Mit 800 Gästen ausverkauft war auch in diesem Jahr das Festival der Meisterköche im Grandhotel Schloss Bensberg. (Bild: Luhr)
BENSBERG - Miguel Calero ist die Ruhe selbst. „Wenn es los geht, ist unsere Arbeit getan“, sagt der Restaurantchef vom Vendôme und grüßt locker nach links und rechts. „Dann geht es nur noch darum, den letzten Schliff zu geben.“

Punkt ein Uhr bricht der Sturm auf die Stände der Meisterköche im Grandhotel Schloss Bensberg los - da ist der Gourmet kaum leiser als der gemeine Buffetkrieger. Besonders bei den Stars wie Wissler und Nils Henkel bilden sich in Windeseile lange Schlangen, in denen sich die Feinschmecker freilich stilvoll mit Champagner, Chardonnay und Chianti zuprosten und mit Kennerblicken auf die Teller hinter den Tresen linsen.

Doch nicht jeder nimmt es so gelassen wie Calero. William Drabble, der Gast vom St. James's in London, ist nervös, weil seine Köche die Jakobsmuscheln zu spät angebraten haben und jetzt in Verzug geraten. Nils Henkel richtet im Akkord Würfel vom gerösteten Schweinebauch unter dem heißen Salamander an und ist schon gut ins Schwitzen gekommen.

Christian Jürgens vom Gourmetrestaurant Überfahrt in Bayern drückt seinen Gästen derweil gut gelaunt dicke Steine aus dem Tegernsee in die Hand, auf denen Sashimi vom Saibling in bunten Soßentupfen liegen. Ganz in Schwarz wie immer Juan Amador mit seiner Crew, die unter dem strengen Blick des Meisters akkurat Gänseleber mit geeistem Apfel dekorieren. Hans-Stefan Steinheuer aus Heppingen ist von Kamerateams belagert, denen der opulente Ahr-Koch heuer nichts als ein Landei zu bieten hat - aber was für eins! Zum Puristen wird er deshalb bestimmt nicht, wie sein überschwängliches Lob der sizilianischen Weine zeigt, die er gerade dem Kabarettisten Konrad Beikircher ans Herz legt. Beikircher, farbenfroh barock gewandet, ist Stammgast beim Festival, ebenso wie Schauspielerin Marie Louise Marjan, die es sich in den Arkaden vor dem Restaurant Jan Wellem gemütlich gemacht hat, in Fußweite von Kölns Ex-OB Fritz Schramma. Auch die politische Spitze von Rhein-Berg ist angetreten - Landrat Rolf Menzel, Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach -, und man darf vermuten, dass es einer der angenehmeren „Pflichttermine“ des Jahres ist. MdB Wolfgang Bosbach hat eine Tochter mitgebracht, Reiner Calmund rastet schon erschöpft im Treppenhaus.

Hausherr Thomas Althoff ist unermüdlich unterwegs („Meet and Great“), und als der erste Hunger gestillt ist, gehen auch die Köche mal auf Tournee. Ein bisschen plaudern mit den Kollegen, ein Sushi bei Akira Oshima picken, Tortellini mit Heuschrecken-Krebsen bei Norbert Niederkofler aus St. Kassian kosten, ein kleiner Schampus.

Und auch das gehört zum Erlebnis „Meisterköche“: Dass man das alles so hautnah mitbekommt.



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