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Arbeit auf dem Salatacker

Aufs Feld bei Wind und Wetter

Erstellt 31.08.10, 07:00h

In lockerer Folge stellt die Rundschau die Arbeit auf dem Feld vor. Den Beginn macht Mitarbeiter Philipp Schumacher, der seine Erfahrungen nach durchregneter Nacht auf einem Salatacker machte.

Philipp Schumacher
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Um 8 Uhr werden die Kisten eingesammelt und zum Hof gefahren. Schlechte Haltungsnoten für Rundschau-Mitarbeiter Philipp Schumacher: Mit durchgedrückten Beinen geht’s besser. (Foto: Lothar Homey)
Philipp Schumacher
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Um 8 Uhr werden die Kisten eingesammelt und zum Hof gefahren. Schlechte Haltungsnoten für Rundschau-Mitarbeiter Philipp Schumacher: Mit durchgedrückten Beinen geht’s besser. (Foto: Lothar Homey)
ALFTER-GIELSDORF - Wenn der erste Kopfsalat gestochen wird, ist es noch fast schwarz über den Feldern. Die erste Stunde vergeht schweigend, auch für mich, der gewohnt ist, Fragen zu stellen: Gebückt, mit durchgedrückten Beinen, einem kleinen Messer in der Hand trennen die Erntehelfer den Kopfsalat am Schaft. Obwohl das Wort stechen wirklich besser passt: Es muss eine spezielle Technik sein, die mir innerhalb von gut zwei Stunden als Amateurhelfer verborgen bleiben wird.

Landwirt Herbert Klein zeigt, wie es geht. Liegt der Salat erst in der Hand, reicht ein beherzter Schnitt, damit die dreckigen Außenblätter abfallen. Beeindruckend, wie leicht das aussieht. Auch bei den Erntehelfern füllen sich die Kisten im Nu. Auf gehts zu meiner ersten Kopfsalaternte.

Der Morgen hat mit schlechtem Wetter begonnen. Um 4.30 Uhr schüttete es nicht nur aus Eimern, es blitzte und donnerte: Bei der Witterung durchs Feld. Ich weiß es nicht. In Gielsdorf wird auch Herbert Klein nervös: Er denkt an die Ernte. Monate harter Arbeit kann ein starker Platzregen innerhalb von Minuten vernichten. „Bei Hagel hat der Salat gar keine Chance“, sagt der Landwirt. Er frisst sich durch die Blätter, dass kein Kunde mehr zugreifen würde. Die Bauern, sie sind dem Wetter ausgeliefert.

Im Feld schneide ich die ersten Salate entweder zu tief oder zu hoch. Mal landet das Küchenmesser in der Erde, mal halb im Salat. Aber es wird. Die ersten Köpfe kommen mit Stiel nach unten in die Kisten, die weiteren parken darüber mit dem Stiel nach oben. Da die Kisten so in den Verkauf kommen, legt Herbert Klein wert auf eine ansprechende Lagerung: Schmutzige Blätter werden aussortiert. 350 Gramm muss ein Salat mindestens wiegen. So schreibt es der Vertrag mit den Händlern vor. Der Blick dafür lässt sich in der kurzen Zeit nicht vermitteln.

Bis Ende November können Herbert Klein, seine Frau Resi und die Erntehelfer aus Polen noch ernten. Dann setzt der Frost ein. Die letzten beiden Wochen müssen sie schon ins Folienhaus. Anfang März setzen sie die Saat ein. Damit sie Woche für Woche einholen und liefern können, bestellen die beiden Landwirte ihre Felder nach einem genauen Plan.

Weniger überlegt habe ich meine Kleidung ausgewählt. Mit abgetragenen Lederhalbschuhen steht es sich wackelig, aber Gummistiefel besitze ich nicht. Wasser läuft hinein. Wunderschön mutet der Sonnenaufgang an, wenn das weite Feld dazwischen liegt. Meine Kollegen für diese Stunden interessiert dies weniger. Abmarsch zum nächsten Feld, einer bleibt zurück, um die vollen Kisten mit Wasser abzuspritzen.

Resi Klein fährt inzwischen mit einem Arbeiter zum Hof, um die ersten Kisten zu etikettieren, die schon bald zum Roisdorfer Centralmarkt müssen, der zentralen Anlaufstelle zwischen Landwirten und den Händlern. So kann die Ware genau zurückverfolgt werden, falls etwas damit nicht stimmt oder es Beschwerden gibt. Klein hat einen neuen Großkunden an Land gezogen, der in großem Umfang Gemüse abnimmt. „Da müssen wir uns erst einmal bewähren“, erklärt er. Raus muss er eh bei jedem Wetter. Für nicht gelieferte Ware braucht es eine verdammt gute Entschuldigung.

Auf dem Acker ist mittlerweile Rundschau-Fotograf Lothar Homey angekommen - mit Gummistiefeln. Der Held der letzten zwei Stunden soll bei der Arbeit abgelichtet werden. Das amüsiert die Helfer. Jacek schnürt die letzten Paletten. In verdreckten Schuhen hieve ich die letzten Kisten und überlege schon mal, ob sich damit noch Auto fahren lässt. . .



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