Erstellt 31.08.10, 07:03h
Im Rahmen der Ermittlungen um Annas Tod war auch der Tod des 25-jährigen, geistig behinderten Jungen in den Focus gerückt (die Rundschau berichtete), der 2003 im Krankenhaus in Bad Honnef verstorben war. Wenn ein so junger Mensch stirbt, sei das zunächst nicht normal, so Faßbender am Montag. Das Krankenhaus aber habe damals eine natürliche Todesursache bescheinigt.
Nach einer aktuellen Überprüfung der Krankenunterlagen sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass der Tod des jungen Mannes nicht natürlich war. Möglich sei etwa, so der Oberstaatsanwalt, eine falsche oder zu hoch dosierte Medikamentierung, die zu einer Vergiftung geführt haben könnte. Nach den Regeln der Rechtsmedizin hätte das Ergebnis damals bereits zu einer Obduktion führen müssen. Einen Hinweis auf Misshandlungen des behinderten Jungen gebe es jedoch nicht, sagte der Staatsanwalt. Dass die Ermittlungen nach der Verhaftung der 51-jährigen Pflegeeltern auch den Tod des leiblichen Sohnes einschlossen, hatte Faßbender schon Anfang August bestätigt. Das sei keine Ausweitung der Ermittlungen, sondern finde im Rahmen der „normalen kriminalistischen Arbeit“ statt. „Ebenso beschäftigen wir uns mit den anderen Pflegekindern, die von dem Ehepaar betreut wurden“, sagte er damals.
Anna war am 22. Juli in der Wohnung ihrer Pflegeeltern in Bad Honnef tot aufgefunden worden. Der Pflegevater hatte zunächst seine Ehefrau belastet, schließlich gestanden, das Kind in der Badewanne ertränkt zu haben; bei späteren Vernehmungen soll er sich allerdings in Widersprüche verstrickt haben. Der Pflegevater hatte auch zugegeben, das Pflegekind mehrfach mit Klebeband gefesselt zu haben. Die Pflegeeltern sitzen in Untersuchungshaft.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen die Jugendämter in Königswinter und Bad Honnef wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Anna war in Bad Honnef untergebracht, wurde aber vom Jugendamt Königswinter betreut. (ucs / csc)
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