Von Ralf Arenz, 31.08.10, 11:11h
Agiplan hat in Anlehnung an den US-Wirtschaftswissenschaftler Richard Florida einen so genannten TTT-Index erstellt. Das erste T steht für einen Technologieindex. In ihn fließen etwa die Zahl der Gründungen von Technologiefirmen oder Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Unternehmen sowie die Zahl der versicherungspflichtig beschäftigten Ingenieure ein. Hier liegt Köln mit 0,21 Punkten nur leicht über dem Durchschnittswert 0. Besonders gut schneiden hier kleinere Städte wie Erlangen (Siemens) oder Ludwigshafen (BASF) mit großen Industrieunternehmen ab.
Besser sieht es beim Talentindex aus, bei dem Köln auf 1,55 Punkte kommt. Er misst den Anteil der so genannten Kreativen Klasse nach Berufsgruppen und den Anteil der Personen mit Hochschulabschluss an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dabei hat Florida die Kreative Klasse weit gefasst. Zu ihr gehören nicht nur angestellte Musiker, darstellende Künstler oder Kreative in den Medien, sondern auch Ingenieure, Lehrer, Ärzte bis hin zu Krankenschwestern oder Zahntechnikern.
Einen Spitzenwert von 7,94 erreicht die Domstadt beim Toleranzindex. Einen besseren Wert hat nur Berlin. Dieses dritte T misst etwa den Anteil der Bohemians an der Bevölkerung, den Ausländeranteil oder das Wahlergebnis rechter Parteien. Besondere Bedeutung hat dabei ein Gay-Index (Homosexuellen-Index), der mit Hilfe eines Datingportals ermittelt wurde. Bei diesem Teilindex kommt Köln auf Platz drei hinter Koblenz und Frankfurt.
Die Agiplan-Forscher gehen davon aus, dass vor allem tolerante, offene Städte in der Lage sind, Kreative und andere Arbeitskräfte anzuziehen und zu binden. Kreativität sei der entscheidende Wachstumsfaktor für das 21. Jahrhundert. Unternehmen orientierten sich in Zeiten eines Facharbeitermangels ihre Standortentscheidung immer stärker daran, ob sie vor Ort auch das benötigte Personal finden, so Agiplan-Geschäftsführer Christian Jacobi.
Köln punkte mit einer lebendigen Kultur- und Medienszene, umfangreichen Studienangeboten sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, sagte Konrad Peschen, der Leiter der Medienstabsstelle der Stadt Köln.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige