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Müllverbrennungsanlage

BAV kloppt seinen Antrag in die Tonne

Von Torsten Sülzer, 01.09.10, 07:09h

Asche aus der Müllverbrennungsanlage - wo soll dieser so genannte „Deponieklasse 1“-Müll nur hin? Auf die Deponie Lüderich bei Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis jedenfalls nicht.

OBERBERG - Asche aus der Müllverbrennungsanlage - wo soll dieser so genannte „Deponieklasse 1“-Müll nur hin? Auf die Deponie Lüderich bei Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis jedenfalls nicht: Einen entsprechenden Antrag will der Bergische Abfallwirtschaftsverband BAV auf der nächsten Verbandsversammlung in drei Wochen zurückziehen. Das teilte Oberbergs Landrat Hagen Jobi gestern auf einer BAV-Pressekonferenz mit.

Auf die Zentraldeponie Leppe hat dieser Rückzieher aber keine Auswirkungen, wie Jobi und sein rheinisch-bergischer Kollege Rolf Menzel ausdrücklich feststellten: Auch wenn Lüderich jetzt keinen DK 1-Müll aufnehmen wird, soll für die Leppe weder die bisher genehmigte Laufzeit noch die Menge ausgeweitet werden. Deshalb soll die Verbandsversammlung auf der nächsten Sitzung auch beschließen, „dass die Laufzeit zur Ablagerung von Abfällen zur Beseitigung auf der Zentraldeponie Leppe wie bisher vorgesehen mit Verfüllung des Deponieabschnittes 6.1. beendet wird“ - heißt: die Laufzeit endet Ende 2020, wie bisher vorgesehen, und wird auch nicht verlängert.

BAV-Geschäftsführerin Monika Lichtinghagen-Wirths sagte gestern, die Leppe-Deponie könne noch 680.000 Tonnen DK 1- und etwa 400.000 Tonnen DK 2-Müll aufnehmen.

Darunter, dass Lüderich jetzt fein raus ist und auch in Zukunft nur Bauschutt der Deponieklasse null aufnimmt, muss zumindest das BAV-Leuchtturmprojekt Metabolon nicht leiden - auch das hatten Beobachter befürchtet.

Derweil dürfte im Rheinisch-Bergischen der eine oder andere Sektkorken knallen. Dort hatte sich nicht nur eine Bürgerinitiative, sondern auch Vertreter der Stadt Overath dafür stark gemacht, dass Lüderich keinen DK 1-Müll aufnehmen muss.

Seinen plötzlichen Rückzieher begründet der BAV mit dem Ergebnis der Gespräche mit der Bezirksregierung Köln. Die hatten ergeben, dass die Pläne von regionaler Bedeutung seien, so dass eine Änderung des Regionalplanes erforderlich geworden war. Ende vom Lied: Alle Maßnahmen hätte sich fünf Jahre nach hinten verschoben - erwartbare Einsprüche Dritter mit verzögernder Wirkung nicht eingerechnet.

Jetzt sind BAV und die Müllverbrennungsanlage Leverkusen gemeinsam auf der Suche nach alternativen Entsorgungsmöglichkeiten außerhalb des BAV-Gebietes. Gespräche laufen mit Kommunen in den Regierungsbezirken Köln, Düsseldorf und Arnsberg.



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