Erstellt 31.08.10, 20:44h
Gegen 13.50 Uhr begann das seltsame Schauspiel, erinnert sich Anwohnerin Susanne Noll: „Erst war der Strom immer mal wieder da, dann wieder weg. Nach zehn Minuten blieb er dann ganz weg. Meine Tochter wollte gerade bei den Nachbarn schauen gehen, ob die noch Strom haben. Da hat sie das Brodeln unter der Straße bemerkt.“ Mit einem Griff zog Noll ihre Mappe mit den wichtigsten Papieren hervor - „die ist immer fertig, es könnte ja mal was passieren.“ Dann ergriffen die Anwohner die Flucht.
Die Feuerwehr evakuierte großräumig. Wenig später stellte sie mit Mitarbeitern der Rhenag fest, dass tatsächlich Gas aus dem Erdreich zu strömen drohte. Die Strom- und Gasversorgung zur Straße wurde abgeriegelt. Eine ältere, bettlägerige Frau, die im Haus unmittelbar an der Gasfundstelle wohnt, wurde mit einem Krankenwagen in Sicherheit gebracht.
Schwierig gestaltete sich derweil die Suche nach der Ursache des mysteriösen Vorfalls mit Stromausfall und Gasgeruch. Mit zwei Presslufthämmern und einem Bagger gingen Techniker von Rhenag und RWE im Beisein der Feuerwehr der Sache auf den Grund. Im Erdreich wurden die Arbeiter fündig, wie Einsatzleiter Klaus Boddenberg erklärte: „Auf einem guten halben Meter war ein Erdkabel der RWE komplett weggeschmolzen. Das von der Rhenag gemessene Methangas könnte durch die Hitze, den Boden und die weggeschmolzene Isolierung des Kabels gekommen sein.“ (th)
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