Von Walter K. Schulz, 01.09.10, 07:06h
Gestern Mittag kam aus Engelskirchen die heiß ersehnte Nachricht, dass der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) seinen Antrag, den Lüderich von einer Erddeponie in eine Kippe für Müllofenasche umzuwandeln (Klasse DK 1 statt DK 0), zurückzieht.
Die beiden Verbandsvorsteher und Landräte von Oberberg und Rhein-Berg, Hagen Jobi und Rolf Menzel, verkündeten in der BAV-Zentrale, dass man für die Verbandsversammlung am 22. September eine Beschlussempfehlung zur Beendigung des Planfeststellungsverfahrens vorlegen werde.
„Das ist ja eine positive Nachricht nach der monatelangen Unruhe“, freute sich der Vorsitzende des Bürgerinitiative, Paul Falk, gestern Nachmittag.
„Bei mir steht das Telefon nicht still.“ In den vergangenen Wochen mit den vielen Regenfällen seien die Fragen nach der Sicherheit immer lauter geworden: „Das Wasser schoss ja aus allen Ecken und Kanten aus dem Berg heraus.“ Bedenken seien zwar noch immer vorhanden, so Falk, jetzt gebe es aber erst einmal Grund zur Freude. Dass der Beschluss zwar nicht auch das Ende der Erddeponie Steinenbrück bedeute (Landrat Menzel: „An der Planfeststellung für die Erddeponie bis 2019 ändert sich nichts“), sei für Steinenbrück „die kleine Kröte“.
Auch am Zeitfenster für die Leppe-Deponie ändere sich nichts, sagte Hagen Jobi: „Wie vereinbart, ist am 31. Dezember 2020 auf der Leppe Schluss. Das gewährleistet, dass es keine weitere Belastungen für die Lindlarer Anwohner geben wird.“
Nach Abschluss des Anhörungs- und Offenlegungsverfahrens im Zuge der Planfeststellung hat die Avea das Ergebnis der Auswertung der Stellungnahme der Kreisverwaltung Rhein-Berg einer abschließenden Bewertung unterzogen. Dabei hätten sich verschiedene neue Aspekte ergeben, die einen Rückzug erforderlich machten. Punkt eins: Die Bezirksregierung wies „erstmalig darauf hin, dass das Vorhaben regional bedeutsam ist und daher zunächst der Regionalplan geändert werden muss“. Zeitaufwand: mindestes fünf Jahre. Bei dieser Zeitprognose wurden noch nicht zu erwartende Verzögerungen durch Einsprüche Dritter berücksichtigt.
Punkt zwei: Erhebliche Bedenken und Einwände bezüglich der Basisabdichtung für die geplante DK-1-Deponie und der große Aufwand für die Behandlung des Deponiesickerwassers.
Das Paket dieser Anforderungen hat neben weiteren Gesichtspunkten wie der Erstellung diverser Gutachten dazu geführt, dass die Avea angesichts des Zeitfensters und der betriebswirtschaftliche Berechnungen das Vorhaben beerdigen will.
2020 ist auf der Leppe Schluss. Der BAV verzichtet insoweit, wie auch Geschäftsführerin Monika Lichtinghagen-Wirths und Hans-Jürgen Sprokamp (Avea) betonen, auf das Verfüllvolumen von rund 117 000 Kubikmeter, das bei einem Rückbau der Müllumschlaganlage, der Werkstatt und der Grünabfallkompostierung entstünde.
Die dort noch vorhandenen Ablagerungsmengen seien nicht ausreichend, um die Einrichtung einer neuen Deponie zu rechtfertigen.
Die Avea arbeitet bereits an der Schaffung von alternativen Entsorgungsmöglichkeiten außerhalb des Verbandsgebietes. Die „eigene“ Asche wird bis 2020 auf der Leppe deponiert, die Aschen des Mülls aus anderen Bereichen müssen woanders untergebracht werden.
Anvisiert hat man als Alternative zum Lüderich einen „Standort an der Rheinschiene“. Angesprochen sind die Regierungspräsidenten in Köln, Düsseldorf und Arnsberg.
Hans-Jürgen Sprokamp: „Wir sind bestrebt, so nahe wie möglich an unserer Aufbereitungsanlage einen Standort zu finden - wegen der Transportentfernung.“
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
TOYOTA Autohaus Heinz GmbH, Overath
Schlafstudio Siebertz - Betten und mehr