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Räuber vor Gericht

Überfall auf Schnellrestaurant gestanden

Von Ulrike Schödel, 02.09.10, 07:03h

Vor dem Bonner Landgericht hat der Prozess gegen fünf Angeklagte im Alter zwischen 19 und 22 Jahren wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung begonnen. Zum Auftakt haben die Angeklagten alle gestanden.

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(Symbolbild: dpa)
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BONN - Am Nachmittag noch hatten die Freunde im Internet gesurft und waren dabei auf eines der spektakulärsten Verbrechen der vergangenen Monate gestoßen: auf den blitzartigen Raubüberfall auf das größte Pokerturnier in Berlin, bei dem die Räuber fast eine Million Euro mitgehen ließen. „Krasse Sache, was da abgegangen ist", bewunderte gestern noch einer der fünf Angeklagten im Prozess vor dem Bonner Landgericht: „Unglaublich, dass das so geschehen kann."

Dann hätten sie darüber gelacht und davon geträumt, auch viel Geld zu machen. Dann seien sie ins Auto gestiegen, ein bisschen herumgefahren und zu einem Schnellrestaurant nach Duisdorf gefahren: „Wir hatten Hunger.“

Fünf Stunden später begingen die Freunde einen bewaffneten Raubüberfall. Denn ein Kumpel, der in dem Lokal arbeitete, verriet ihnen, es gebe abends, wenn der Laden schließt, eine Menge Geld zu holen, bis zu 15 000 Euro lägen im Safe. Außerdem sei er dann meistens mit einer Mitarbeiterin allein.

Durch den Pokerturnier-Überfall war der Boden offenbar bereitet, und so zögerten die vier nicht lange. Eine täuschend echt aussehende Karnevals-Pistole aus Metall wurde besorgt, ein zweiter steckte ein kleines Messer ein. Nur einer der vier Freunde weigerte sich, bot sich aber als Fahrer des Fluchtautos an.

Wegen gemeinschaftlich schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung muss sich das Quintett seit gestern vor der Jugendstrafkammer verantworten. Zum Auftakt haben die Angeklagten im Alter zwischen 19 und 22 Jahren alle gestanden, einer sehr ehrlich, andere mit sehr viel Beschönigungen. Danach hatte der Mitarbeiter in der Nacht zum 9. März gegen 0.40 Uhr drei maskierten und bewaffneten Männern wie verabredet die Hintertür geöffnet. Der 21-Jährige ließ sich zu Boden werfen und musste auch Tritte einstecken, „damit es echt aussieht", wie er gestern erzählte.

Auch berichtete er von seinem Zwiespalt, als es ernst wurde: Als er sah, wie seine Kollegin an den Haaren weggezerrt wurde; auch als er „mit Schrecken" erleben musste, dass sein Chef mit einem Schlag der Pistole verletzt wurde. 3500 Euro waren es am Ende, die sich im Safe befunden hatten. Von den versprochenen 500 Euro habe er nichts gesehen. Die ersten drei Täter waren noch in der Nacht festgenommen worden.



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