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Hermann Daners

Die Abtei im Blick

Von Dieter Wolf, 02.09.10, 07:03h

Am Mittwoch wurde Hermann Daners der Rheinlandtaler verliehen. Es ist die höchste Auszeichnung zuteil, die der Landschaftsverband zu vergeben hat. Daners widmete sich vor allem der Aufarbeitung der Geschichte des Nazi-Terrors.

Pulheim - Ohne Ihre Bemühungen um die genaue Aufklärung, was in der Nazizeit in Brauweiler geschah, gäbe es heute womöglich keine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Brauweiler.“ Es waren gewichtige Worte, die Marie-Agnes Strack-Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, in ihrer Laudatio für Hermann Daners (60) fand. Gerade um die Aufarbeitung der Geschichte des Nazi-Terrors in der „Arbeitsanstalt Brauweiler" habe Daners sich verdient gemacht. Auch aus diesem Grund wurde ihm gestern Nachmittag die höchste Auszeichnung zuteil, die der Landschaftsverband zu vergeben hat, der Rheinlandtaler.

Einsatz für die Gedenkstätte

In einer Feierstunde in der Abtei Brauweiler würdigte der Landschaftverband (LVR) das Schaffen Daners. Er habe entscheidend zur Gestaltung und Belebung des Kulturzentrums Abtei Brauweiler beigetragen. Seiner Arbeit für den Pulheimer Verein für Geschichte und Heimatkunde sei es zu verdanken, dass dieser Verein eine überregionale Bedeutung besitze. Seit 1985 ist Daners ehrenamtlicher Schriftleiter des Vereins. Er habe großen Anteil bei der Veröffentlichung des Periodikums „Pulheimer Beiträge zur Geschichte". Doch immer wieder gehe es um die Abtei Brauweiler, deren Geschichte er umfassend „im Blick" habe, betonte Strack-Zimmermann.

Dass Hermann Daners sich der Vermittlung von Geschichte verschrieben hat, kommt nicht von ungefähr. Er studierte an der Kölner Universität Geschichte, Geografie und Politikwissenschaft, bevor er Studienrat und Studiendirektor am Abteigymnasium Brauweiler wurde. Er interessierte sich stets für die lokale und regionale Geschichte des Rheinlands. Lebendig habe er seinen Schülern die Geschichte vermitteln können.

Daners arbeitete eng mit dem Archiv des LVR zusammen und hat dabei exemplarische Unterrichtseinheiten konzipiert. Als Autor veröffentlichte er eine Vielzahl von Texten zur Rechtsgeschichte und zur Hexenverfolgung. Das Buch „Ab nach Brauweiler" wurde, so Strack-Zimmermann, mittlerweile zum Standardwerk über die Geschichte des Nationalsozialismus in Brauweiler.

Gemeinsam mit Josef Wisskirchen habe er sich dafür eingesetzt, in einem der noch erhaltenen Gebäude der ehemaligen Arbeitsanstalt eine Gedenkstätte einzurichten, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Er entwickelte auch die Konzeption der Gedenkstätte.



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