Schriftgröße

Ritterakademie

„Ein schwarzer Tag für Bedburg“

Von Matthias Hendorf, 02.09.10, 07:03h

Die Stadt Bedburg wird keinen Antrag auf Übernahme der baufälligen Ritterakademie und der Kapelle am Schloss stellen. Dies wäre der einzig verbliebene Weg zur Rettung der Gebäude aus dem 19. Jahrhundert gewesen.

Bedburg - Am Dienstagabend ging eine Epoche Bedburger Stadtgeschichte zu Ende. Der Stadtrat beschloss in seiner Sondersitzung, dass die Stadt keinen Antrag auf Übernahme der baufälligen Ritterakademie und der Kapelle am Schloss stellen wird. Einzig die Freie Wählergemeinschaft (FWG) enthielt sich.

Die Übernahme durch die Stadt wäre der einzig verbliebene Weg zur Rettung der Gebäude aus dem 19. Jahrhundert gewesen - allerdings ein kostspieliger, man spricht von mindestens vier Millionen Euro. Eine Summe, die die klamme Stadt nicht aufbringen kann. Es ist das Ende für Kapelle und Akademie und „ein schwarzer Tag in der Geschichte Bedburgs“, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Georg Kippels sagt.

Auch seine Kollegin von der SPD, Heike Steinhäuser, spricht von einem „traurigen Tag, weil wir feststellen müssen, dass wir keine Alternative zum Abriss anbieten können. Die Stadt kann aufgrund der schwierigen Haushaltslage nicht einspringen.“ Vergebens habe man auf einen „weißen Ritter“ gehofft, der den Erhalt finanziere. Allerdings hinterfragt Steinhäuser auch den Wert der Gebäude für die Bürger, sie selbst habe den Eindruck, die Bedburger nähmen die Diskussionen um den Abriss sehr gelassen hin. Auch in der Einwohnerfragestunde meldet sich keiner der zahlreichen Zuhörer zu diesem Thema zu Wort.

Für die FWG hingegen ist die Ratssitzung „ein, zwei Wochen zu früh“ terminiert. Zwar gab es noch am Montagabend eine Vorbesprechung, an der auch Eigentümer-Sprecher Herbert Hillebrand mit seinen Töchtern teilnahm. Aber dort sei, so FWG-Fraktionsvorsitzender Leonhard Köhlen, zu allgemein über die zukünftige Nutzung der nach dem Abbruch freigewordenen Flächen gesprochen worden. „Eine bloße Absichtserklärung ist uns zu wenig. Es wäre sinnvoll gewesen, konkrete vertragliche Vereinbarungen zu treffen“, sagte Köhlen. Deshalb habe sich seine Fraktion bei der Abstimmung enthalten.

Köhlen ist skeptisch, ob Hillebrand der Absichtserklärung Taten folgen lässt. „Das ist doch alles Wischiwaschi und dann kommt nichts mehr nach“, sagte er.

Noch ist unklar, was anstelle der Akademie und der Kapelle einst neben dem Schloss zu sehen sein wird. Denkbar wären eine Aufforstung oder ein neuer Schlossteich. Hillebrand will „das einvernehmlich mit der Stadt besprechen“. Samt Abbruch könnten dann wohl Kosten von bis zu einer halben Million Euro entstehen. Köhlen hofft, dass „nicht die Stadt dafür einspringen muss“.

Mit dem Abbruch selbst geht es nun ganz schnell, wie Hillebrand bestätigte. „Das sollte bis Ende des Jahres erledigt sein“, sagte er. Gut 14 Tage dauern laut Hillebrand die Abbrucharbeiten, nach dem Ratsbeschluss werde er nun mit den entsprechenden Unternehmen verhandeln. Und bis Ende 2011, so Hillebrands Prognose, soll schließlich die neue Nutzung realisiert worden sein. „Das kann ja nicht ewig eine Baustelle bleiben.“



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bildergalerien


Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Kino & Film - Suche


Rundschau-Service


RHEINLAND WETTER


Rundschau-Forum


Rundschau-Service


Extra


Top-Links (Anzeige)


Lokalsport



Extra


Dienste