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Studiengebühren

Reaktionen zwischen Freude und Skepsis

Von Martina Windrath, 01.09.10, 22:18h, aktualisiert 01.09.10, 22:20h

Die rot-grüne NRW-Minderheitsregierung will die Studiengebühren wie geplant zum Wintersemester 2011 / 12 abschaffen. Die Meinungen dazu gehen in Köln auseinander. Uni-Rektor Professor Axel Freimuth zeigt sich skeptisch.

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NRW schafft zum Wintersemester die Studien-Gebühren ab. (Bild: dpa)
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NRW schafft zum Wintersemester die Studien-Gebühren ab. (Bild: dpa)
Köln - Die Bildung ist vielen lieb - und teuer. Wer dafür wie viel bezahlen soll, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Studiengebühren haben vor allem auch in Köln vehemente Proteste ausgelöst. In Bildungsstreiks wurde für die Abschaffung der 2006 durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung eingeführten Studienbeiträge gekämpft. Der Kölner Uni-Asta zum Beispiel begrüßt nun zwar sehr, dass die rot-grüne NRW-Minderheitsregierung die Campus-Gebühren wie versprochen abschaffen will. Sie hat einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht hat, der Kompensationsmittel von rund 250 Millionen Euro vorsieht. Aber Kritik üben die Studentenvertreter am Zeitpunkt zum Wintersemester 2011 / 12. „Wir fordern die Abschaffung schon zum Sommer 2011.“

Noch ist nichts beschlossen, aber die Sache wird in den Hochschulen intensiv verfolgt - mit Skepsis bis Wohlwollen. Positiv betrachtet werde, dass es eine Kompensation der Mittel geben soll, heißt es aus der Universität zu Köln. Uni-Rektor Professor Axel Freimuth zeigt sich skeptisch mit Blick auf einige offene Fragen und fürchtet, dass „man da einen großen Fehler“ machen könnte. Wichtig sei, dass die mit den Gebühren finanzierten Verbesserungen der Lehre erhalten bleiben und es auch nicht in anderen Bereichen zu Kürzungen kommt. Das Geld soll den Hochschulen als Ausgleich für wegfallende Campus-Einnahmen pro Student mit derselben Summe zufließen.

Die Kölner Kunsthochschule für Medien gehört zu den landesweit fünf unter 36 Hochschulen, die keine Gebühren erheben und künftig von den zusätzlichen Landesmitteln profitieren könnten. „Das war damals eine kontroverse Diskussion bei uns“, erinnert sich Kanzler Heiner Simons. Die KHM sieht sich „auf dem richtigen Kurs“. Andere müssten sich nun umstellen, wie etwa die Fachhochschule Köln mit 16 000 Studierenden und rund 6,6 Millionen Euro Gebühreneinnahmen (2009). So lange das Gesetz noch nicht den Landtag passiert hat, heißt es auch für sie: Abwarten.

Die große Hoffnung allgemein: Durch die Beiträge finanzierte Projekte müssen gesichert, Kürzungen ausgeschlossen sein. Mancher fürchtet mit Blick auf die geplanten Pro-Student-Zuwendungen, dass die Masse besonders Kasse macht - aber die Qualität (etwa orientiert an Absolventen) ins Hinterreffen geraten könnte. . . Ganz oben auf der Wunschliste in Hochschulen steht eine nachhaltige Regelung mit langfristiger Planungssicherheit. Einer sagt: „Hüh-und-Hott ist der falsche Weg.“



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