Von Miriam Peschel, 02.09.10, 07:00h
Die harte Schule der Kindheit in Kalk hat ihr das Kämpfen beigebracht. Mit festem Blick erzählt sie, wie alles anfing. Ihre beiden Söhne brachten öfters Freunde mit, die zu Hause keine warme Mahlzeit bekamen. Daraufhin entschied sie, diesen Jugendlichen zu helfen. Trotz Arbeitslosigkeit eröffnete Lorscheid 2009 den „Kalker Kinder Mittagstisch“. Tag für Tag sammeln sie und ihre Helferinnen Essens- und Sachspenden.
Die ersten Spender blieben ihre Besten. Der Bäcker Engelbert Schlechtrimen gibt ihr den Überschuss an Brötchen, Broten und Teilchen. „Das ist doch selbstverständlich für mich, die sind ja noch frisch.“ Von den ansässigen Supermärkten bekommt sie jede Woche haltbare Molkereiprodukte und Nudeln, Reis und Kartoffeln. Selbst die Besitzer des Nachbar-Kiosks spenden Töpfe und andere Küchenutensilien, auch wenn sie lange nicht so viel entbehren können wie die großen Ketten. Dafür ist Lorscheid sehr dankbar, sie freut sich über jede Spende, egal, wie klein sie ist.
Anfang des Jahres traf Elisabeth Lorscheid einen der besagten Engel. Die GAG stellte Räume an der Buchforststraße 113 mietfrei zur Verfügung, nur das Licht müssen die Helfer bezahlen. Durch weitere Spenden nahm der Mittagstisch weiter Form an. Die Küche, Tische und Sitzbänke wurden von verschiedenen Organisationen finanziert, und jetzt haben 40 Kinder Platz. Über den Tag verteilt sind es bis zu 150 Kinder, die hier von Montag bis Freitag ein warmes Essen erhalten, Deutsche wie auch Kinder aus Migranten-Familien. Sie kommen alle aus der Umgebung von Kalk, Ostheim und Buchforst.
Für die Zukunft erhofft sich Lorscheid, dass sie weitere Sponsoren finden kann, die regelmäßig nicht nur Essen und Sachen spenden, sondern auch Geldbeträge. „Im Moment kann ich mir nie sicher sein, ob wir für den nächsten Monat noch was haben, ob wir das Licht bezahlen können. Diese Angst soll verschwinden.“
Die Optimistin gibt deswegen nicht auf. „Ich bin eine Kämpferin.“ Den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat sie schon bestanden, sie ist jetzt Angestellte der Diakonie Michaelshoven. Wofür sie kämpft, erlebt sie jeden Tag beim Mittagstisch. Die Kinder reden, lachen und essen gemeinsam. Danach stellen sie ihr Geschirr zusammen und verabschieden sich mit einem fröhlichen „Ciao Elis!“
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