Von Lara Hunt, 03.09.10, 07:06h
Seit der Arzt von 1982 bis 1985 im Kongo in der Entwicklungshilfe tätig war, zieht es ihn immer wieder in das zentralafrikanische Land. „Das wenige was man dort tut, bewegt viel. Ganz anders als in Deutschland. Hier gibt es viel, aber es bewegt sich wenig.“
Bewegt hat Otte in der Demokratischen Republik Kongo schon einiges. Mit der Unterstützung von Missio baute er eine Schule und ein neues Gemeindehaus in dem Dorf, das 450 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt liegt. In Goma im Osten des Kongo beteiligte er sich an dem Aufbau eines Krankenhauses, nachdem das alte durch einen Vulkanausbruch zerstört worden war.
Otte zeigt Bilder aus seinem letzten Urlaub. Auf einem sind zahlreiche Kinder zu sehen. „Kinder sind der große Reichtum des Kongos“, sagt er über das drittärmste Land Afrikas. Ihnen zu helfen liegt ihm besonders am Herzen. Deshalb unterstützt er auch eine Frauengemeinschaft in Kinshasa, die sich um 34 Waisen kümmert. „Die Kinder sind bei Familien im Ort untergebracht. Aber es fehlt an Kleidung, Schulgeld und Schulmaterial. Mit nur 2500 Euro im Jahr kann ihnen all das zur Verfügung gestellt werden.“
Nun steht das Projekt Schule an. Zwar hat Kinshasa schon eine Schule, aber die ist alles andere als stabil. Zudem sei die Schule ständig durch Flächenbrände gefährdet. Denn die Bauern in der Umgebung zünden ihre Felder nach der Ernte an, um den Boden fruchtbar zu halten. Das Dach biete keinen Schutz vor Regen. „Dort stürzen riesige Wassermassen in kurzer Zeit herunter“, erklärt der Arzt aus Wipperfeld. „Und wenn es regnet, fällt die Schule aus.“
Otte selbst hat mit seiner Stiftung „Bampangi ya mono“ - zu Deutsch „meine Brüder“ - schon Geld für einen Neubau der Stiftung gesammelt. Nun hofft er darauf, dass das Kinderhilfswerk in Aachen noch etwas dazu geben wird.
Die jetzige Schule beherbergt momentan 531 Grundschüler und 420 Schüler der weiterführenden Klassen. Ihnen will Otte ein festes Gebäude mit einem Wellblechdach bieten. Über mehr Unterstützung für den Kongo würde sich Otte freuen. „Es mag zynisch klingen, aber es hat in Afrika in letzter Zeit keine medienwirksamen Nöte gegeben, wie etwa die Flut in Pakistan. Trotzdem ist kontinuierliche Unterstützung gefragt.“
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