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Nationalpark Eifel

Die Zahl der Arten im Nationalpark steigt

Von Klaus Pesch, 03.09.10, 07:01h

Der Nationalpark Eifel wird immer reicher - zwar nicht in Sachen Finanzen, dafür aber an Arten. 1000 der über 5000 bislang dort entdeckten Arten stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

EIFELLAND - Der Nationalpark Eifel wird immer reicher - zwar nicht in Sachen Finanzen, dafür aber an Arten. Wie Henning Walter, der Leiter des Nationalpark-Forstamtes Eifel in Gemünd im „Leistungsbericht 2009“ mitteilt, stehen 1000 der über 5000 bislang dort entdeckten Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. So wurde im vergangenen Jahr hier eine Goldwespenart entdeckt, die seit 1980 nur noch in Bayern gefunden wurde. Gefreut hat man sich im Nationalpark auch über die Wiederentdeckung des „Schwarzen Ordensbandes“, einer Schmetterlingsart, die seit 1999 in der Eifel als ausgestorben galt.

Doch nicht nur seltene Arten, sondern auch viele Zahlen finden sich im Leistungsbericht wieder. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 7,3 Millionen Euro für Betrieb und Aufbau des Nationalparks ausgegeben. Das Nationalpark-Forstamt hat insgesamt 79 Bedienstete, davon 17 Beamte, 17 Angestellte, 41 Forstwirte / Ranger und vier Verwaltungsarbeiterinnen in Teilzeitbeschäftigung. Neben den Ausgaben für Löhne und Gehälter wurden 3,7 Millionen Euro für verschiedene Investitionen aufgewandt. Dazu zählen unter anderem Waldumbau, Wegeinstandsetzung, der Abriss des Hofes Leykaul und des Jaghauses Gemünd, der Anbau eines Bürotraktes an die Rangerstation der Wildniswerkstatt Düttling, die Sicherung von Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg und der Aufbau der Ausstellung des fünften Nationalparktors in Nideggen.

Nach wie vor bleibt das Ziel des Teams, einen Nationalpark mit natürlichem Buchenmischwald zu etablieren. Man versucht das durch eine Verjüngung heimischer Laubgehölze auf ehemaligen Douglasienflächen zu erreichen. Die großen Wildtiere Rothirsch, Reh und Mufflon kommen den Förstern aber immer wieder in die Quere, weil sie die jungen Pflanzen abfressen. „Massiv und großflächig“ sei daher das Ziel gefährdet, heißt es. Auf 2000 Hektar, 20 Prozent der Nationalparkfläche, wird derzeit kein Rotwild bejagt. Die vorgegebenen Abschusszahlen wurden zu 92 Prozent erfüllt.

Problematisch sind die so genannten „invasiven Neophyten“, das sind Pflanzen, die es natürlicherweise hier nicht gibt, die aber die einheimische Vegetation zu verdrängen drohen. Dazu gehören der Riesen-Bärenklau und der Stauden-Knöterich im Urfttal, deren Samen von Urft und Olef angetrieben werden. Das ebenfalls ursprünglich nicht heimische Drüsige Springkraut ist bereits so weit verbreitet, dass man ihm nicht mehr Herr werden kann. Erstmals wurde übrigens in der Urftalsperre ein Wels entdeckt. Das rund sechs Jahre alte Tier war 3,5 Kilo schwer und vermutlich eingesetzt worden.



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