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Uniklinik

„Führender Krebs-Standort“

Von Eveline Kracht, 03.09.10, 07:01h

Für rund 60 Millionen Euro will die Uniklinik auf ihrem Gelände ein Abulanzgebäude zur Versorgung von Krebspatienten bauen. Das Land hat nun erste Mittel bereitgestellt. Fertig geplant ist das Gebäude auch schon.

Köln - Für ein weiteres großes Bauprojekt auf dem Gelände der Uniklinik, das Ambulanzgebäude zur Versorgung von Krebspatienten, hat das Land erste Mittel bereitgestellt. „Wir erwarten, dass die Arbeiten im Herbst beginnen können“, sagt Professor Dr. Michael Hallek, Direktor der Uniklinik I für Innere Medizin und des Centrums für Integrierte Onkologie Köln-Bonn (CIO). In dem rund 60 Millionen Euro teuren Neubau, der bis 2013 an der Joseph-Stelzmann-Straße entstehen soll und das Haus Lebenswert integriert, wird die ambulante onkologische Diagnostik und Therapie gebündelt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen die Krebskranken dort fachübergreifend medizinisch betreut werden.

Im Gegensatz zu dem CIO-Gebäude wurden für das ebenfalls geplante Krebsforschungsinstitut an der Robert-Koch-Straße über die Planungsmittel hinaus in diesem Jahr vom Land noch keine Mittel freigegeben. Fertig geplant sei das Haus bereits, so Hallek, „es könnte jetzt gebaut werden“. Dessen ungeachtet hat die im April 2009 von dem Kölner Leukämie-Spezialisten initiierte „Stiftung Kölner Krebsforschung“ ihre Arbeit aufgenommen. In den nächsten fünf Jahren soll die Stiftung nach Möglichkeit mit einem Stammkapital von fünf bis zehn Millionen Euro ausgestattet werden. Ziel ist es, so Stiftungsmanagerin Dr. Marian Barsoum, mit Stiftungsgeldern hervorragende Nachwuchs-Krebsforscher an die Uniklinik zu holen und Erfolg versprechende Forschungsansätze zu unterstützen.

Eine Forschergruppe setzt sich in der Regel aus zwei bis drei jungen Wissenschaftlern sowie einer technischen Assistenz zusammen. Hallek: „Wenn man richtig gute Teams bilden will, braucht man wie im Fußball einige junge Spitzenspieler. Um die ,Lukas Podolskis der Forschung nach Köln zu holen, benötigt man je nach Größe der Gruppe 125 000 bis 250 000 Euro im Jahr.“

Zu der Stiftung könne jeder beitragen, betont Barsoum. Von ehemaligen und derzeitigen Patienten seien bis jetzt rund 60 000 Euro gespendet worden. „Wir werden aber auch große und mittelständische Unternehmen mit Sitz in Köln ansprechen“, so die Managerin. Die jungen Krebsforscher, deren Arbeit gefördert werden soll, kommen nicht selten zurück aus den USA. Sie haben dort einige Jahre wissenschaftlich gearbeitet und streben ihre Habilitation an. Damit sie herausragende Forschungsleistungen erbringen könnten, so Hallek, brauchten sie aber unbedingt optimale Laborbedingungen, „die wir zurzeit noch nicht haben“.

Der Bau des Krebsforschungsinstituts ist aus Sicht des CIO-Direktors daher unverzichtbar. In dem geplanten Gebäude an der Robert-Koch-Straße sollen Labors für zehn Nachwuchs-Forschergruppen geschaffen werden. Hallek: „Ich möchte aus Köln einen europaweit führenden Krebs-Standort machen und etwas aufbauen, auf das die Stadt stolz sein kann.“

Wer die Stiftung finanziell unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 478-9 75 87 bei Dr. Barsoum melden.



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