Von Wendelin Sandkühler, 03.09.10, 12:00h
Die öffentlichen WCs sind nämlich alle ab den frühen Abendstunden verschlossen. Stadtsprecherin Iris Gehrke misst diesem Problem keine große Bedeutung bei - dabei wäre es einfach zu lösen: Die Fahrer könnten, wie beispielsweise die Wupsi-Busfahrer am S-Bahnhof, Schlüssel erhalten. „Bei den Toiletten sollte uns die Stadt wirklich entgegenkommen“, findet auch Werner Heitmann, Vorsitzender von Taxi-Ruf Gladbach, der ansonsten keinen Grund zu Kritik an der Stadt sieht. „Ich wende mich immer direkt an die Verantwortlichen und habe damit gute Erfahrungen gemacht.“ Und wenn die Stadt manch einem „schwarzen Schaf“ unter den Kollegen nicht entgegenkommen wolle, habe er dafür auch Verständnis: „Wer nehmen will, muss auch geben.“
Solange das nicht funktioniere, werde sich auch bei „klassischen Problemen“ wenig tun: Der Mangel an Stellplätzen in den Ferien, wenig kulante Ordnungshüter, Fahrverbote für Fußgängerzone und Busspur am Konrad-Adenauer-Platz bringen die Fahrer seit langem in Rage.
Gefährliche Ausfahrt
und schlechte Plätze
Drängender ist aktuell die „gefährliche Ausfahrt“ am S-Bahnhof: Immer wieder würden die Taxen von Fußgängern und Bussen übersehen, klagen die Fahrer. Hier sei mit der Stadt aber eine Alternative erarbeitet worden, sagt Heitmann. Nicht so schnell dürfte der Wunsch nach einem attraktiveren Standort in Erfüllung gehen. Hinter einem alten Verkaufsgebäude, das eigentlich längst abgerissen sein sollte, den als Ersatz aufgestellten Containern und der erwähnten hochbewachsenen „Pinkelwiese“ übersehe sie mancher Fahrgast zunächst, wenn er aus der Bahn steige, sagt Fahrer Herbert Schmitz. Abhilfe soll hier die Regionale schaffen. Im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts soll der Bahnhofsvorplatz aufwendig umgestaltet werden. „Die Situation muss besser werden“, sagt Stadt-Sprecherin Iris Gehrke, schließlich sei der Platz derzeit wirklich nicht ansehnlich.
Auch am Bensberger Taxenstand gibt es Probleme, laut Sebahattin Sackes, Inhaber von „Taxi Berg“, sogar „lebensgefährliche“: „Wegen der Hauptverkehrsstraße können die Fahrer kaum aussteigen.“ Sein Vorschlag: Die wenig genutzte Busspur solle mit dem Taxenstand getauscht werden. Ein erster Ortstermin mit der Stadt sei aber gescheitert. Vorschläge wie der von Sackes müssten sorgfältig geprüft werden, was entsprechend lange dauern könne, wendet Stadtsprecherin Iris Gehrke ein. Schneller gehen könnte es zumindest bei den Toiletten.
Die sind auch tagsüber für manche ein echtes Problem. „Ich leide unter Gicht, muss deshalb viel trinken und gebe täglich zwei bis drei Euro für die öffentliche Toilette am Rathaus aus“, erzählt ein Fahrer. Wie eine „willkommene Ergänzung des Nahverkehrs“ fühlt er sich dabei nicht.
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