Von Guido Wagner, 03.09.10, 12:03h
Ein Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen, wie der Konzeptentwickler und künftige Betreiber Georg Rindermann betonte: Statt in einem großen Haus mit zentralen Einrichtungen von der Großküche bis zur Wäscherei würden die 80 Plätze in acht Hausgemeinschaften eingerichtet, in denen Alltagsmanager mit den Bewohnern den Alltag organisierten, inklusive Mithilfe bei den Haushaltstätigkeiten in der Wohnküche.
Die Pflege der Bewohner (Pflegestufe 1 bis 3) sollen keine Mitarbeiter des Hauses, sondern Kräfte eines ambulanten, externen Pflegedienstes übernehmen. „Unser Konzept ist es, den Primat nicht auf die Pflege zu legen“, erläuterte Rindermann.
Der Geschäftsführer der Vivat GmbH erinnerte daran, wie die Projektidee 2003 geboren wurde. „Was damals als fernes Ziel vor uns lag, wird nun Realität.“ 2003 war Rindermann noch geschäftsführender Vorstand des Vereins „Die Kette“, der eine Umsetzung des Projekts allerdings nicht gelang. Rindermann kehrte der „Kette“ Mitte 2009 den Rücken, um sich selbstständig zu machen - und das Projekt auf anderem Weg doch noch umzusetzen.
Dass es nicht bei der Konzeptidee allein blieb, dafür sorgten schließlich der Wipperfürther Unternehmer Werner Kemmerich und seine Ehefrau Gabriele Flören-Kemmerich als Investoren. Die Idee des „familiären Wohnens für pflegebedürftige ältere Menschen“ habe sie beide überzeugt, bekannte Werner Kemmerich gestern: „Dieser erste Spatenstich ist ein Zeichen dafür, dass man hier in Overath noch etwas bewegen kann.“
„Wir brauchen diese Altenhilfeeinrichtung in Overath dringend, und wir brauchen sie hier im Sülztal“, empfing Overaths Bürgermeister Andreas Heider die Gäste offenherzig. Einmütig stehe die Overather Politik hinter dem Projekt, sagte der erste Bürger der Stadt und stellte zufrieden fest: „Die Sonne scheint wieder über Steinenbrück.“ Zuerst sei diese Woche die Nachricht eingetroffen, dass der Bergische Abfallwirtschaftsverband die Ausweitung des Deponiebetriebs auf dem Lüderich aufgebe, und dann habe auch noch der erste Spatenstich für das „heiß ersehnte Altenhilfezentrum“ stattgefunden - das sei gleich doppelter Grund zur Freude, so Heider.
Nach rund einjähriger Bauzeit soll das Acht-Millionen-Euro Projekt nächstes Jahr fertig werden. Auf dem 20 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Olper Straße sind später noch weitere Gebäude geplant, unter anderem für Dienstleister. „Wir richten bewusst kein Café in unserer Einrichtung selbst ein“, sagt Rindermann, „die Bewohner sollen rausgehen und am Leben draußen teilhaben.“ Dafür sei auch die zentrale Lage des Geländes ideal.
Neben den 80 stationären Plätzen sollen in der Einrichtung weitere 14 für die Tages- und Kurzzeitpflege entstehen.
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